29. Dezember 2018 - 4:23 / Ausstellung 
25. Januar 2019 5. Mai 2019

Im Kanon der Kunstgeschichte werden sie bis heute kaum genannt. Jene Künstlerinnen, die zur Zeit der Wiener Moderne und der Ersten Republik in Österreich mit ihren Werken einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen geleistet haben, wie z. B. Elena Luksch-Makowsky, Broncia Koller-Pinell, Helene Funke oder Erika Giovanna Klien. Im Unteren Belvedere ist diesen Frauen nun eine längst überfällige Präsentation gewidmet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Frauen, die Künstlerinnen werden wollten, massiv benachteiligt. Sie durften nicht an der Akademie studieren und hatten nur eingeschränkten Zugang zu Künstlervereinigungen. Damit reduzierten sich für sie auch die Ausstellungsmöglichkeiten. Trotz dieser Hürden gelang es einigen von ihnen, erfolgreich eine Karriere aufzubauen. Sie waren in der damaligen Kunstszene aktiv und stellten in der Secession, im Hagenbund, im Salon Pisko und in der Galerie Miethke aus. Obwohl in den vergangenen Jahren Leben und Werk mancher der damals renommierten Künstlerinnen erforscht und in Retrospektiven aufgerollt worden sind, werden ihre Arbeiten bis heute in ihrer Bedeutung unterschätzt und kaum wahrgenommen.

Ziel dieser Ausstellung ist, den Blick auf die Wiener Moderne und die Zwischenkriegszeit zu erweitern. Im Mittelpunkt stehen jene Künstlerinnen, die viel zur Kunst dieser Zeit beigetragen haben. Zum Teil werden wiederentdeckte Werke gezeigt, die erstmals präsentiert werden. Vor allem würdigt die Schau jedoch die Beiträge der heute großteils vergessenen Künstlerinnen zu den Kunstrichtungen Stimmungsimpressionismus, Secessionismus, Expressionismus, Kinetismus oder Neue Sachlichkeit.

Zu sehen sind Werke u. a. von Ilse Bernheimer, Maria Cyrenius, Friedl Dicker, Marie Egner, Louise Fraenkel-Hahn, Helene Funke, Greta Freist, Margarete Hamerschlag, Fanny Harlfinger-Zakucka, Hermine Heller-Ostersetzer, Johanna Kampmann-Freund, Elisabeth Karlinsky, Erika Giovanna Klien, Broncia Koller-Pinell, Frida Konstantin Lohwag, Elza Kövesházi-Kalmár, Leontine von Littrow, Elena Luksch-Makowsky, Mariette Lydis, Emilie Mediz-Pelikan, Teresa Feodorowna Ries, Mileva Roller, Frieda Salvendy, Emma Schlangenhausen, Anny Schröder-Ehrenfest, Lilly Steiner, Helene Taussig, Ilse Twardowski-Conrat, My Ullmann, Olga Wisinger-Florian, Grete Wolf Krakauer oder Franziska Zach.


Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938
25. Jänner bis 5. Mai 2019

Unteres Belvedere, Orangerie
Rennweg 6a
A - 1030 Wien

T: 0043 (01) 79 557 0
E: info@belvedere.at
W: http://www.belvedere.at/

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Fanny Harlfinger-Zakucka: Spielzeug, 1918; © Belvedere, Wien
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Helene von Taussig: Weiblicher Akt auf blauem Stuhl, 1920 / 1930. Foto: Johannes Stoll; © Belvedere, Wien
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Broncia Koller-Pinell: Die Ernte, 1908; © Belvedere, Wien
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Helene Funke: Pfirsichstillleben, 1918; © Belvedere, Wien