27. November 2021 - 13:36 / Ausstellung / Geschichte 
27. November 2021 24. April 2022

Das Museum der Kulturen Basel und das Kunstmuseum Basel erschliessen gemeinsam in zwei Ausstellungen das Thema "Formung der Welt durch den Menschen". Auf die laufende Präsentation "Gelebte Welten" im Museum der Kulturen antwortet das Kunstmuseum Basel nun mit der Ausstellung "Spirituelle Welten".

Die durch Raum und über Zeit sich verändernde Wahrnehmung der Welt hat zu vielfältigen Umgangsformen damit geführt. Diese spiegeln sich in den Exponaten aus den Sammlungen des Kunstmuseums Basel und des Museums der Kulturen Basel. Beide Ausstellungen fokussieren unter dem Titel "Making the World" auf unterschiedliche, aber einander ergänzende Aspekte der Gestaltung der Welt durch den Menschen. Dabei konzentriert sich das Kunstmuseum Basel auf den menschlichen Geist und seine religiöse Leistung in der Deutung der Welt.

Europäische und aussereuropäische Objekte treffen in "Making the World. Spirituelle Welten" in vier Kapiteln aufeinander: Höhere Wesen, Anfänge, Übergänge und Abwesendes. Die ausgewählten Objekte, wie auch die Mythen und Kulte, die hinter ihnen stehen, regen dazu an, zugleich ihre phänomenale Vielfalt zu bestaunen und ihre tiefe Einheit zu bedenken.

In den thematisch eingerichteten Ausstellungsräumen trifft unter anderem ein hinduistischer Schöpfungsmythos von kämpfenden Göttern und Dämonen auf den Kampf der olympischen Götter mit den Titanen, dargestellt von Hans Bock dem Älteren. Ein balinesisches Kultgerät, das der Seele den Weg weist, begegnet Teufeln, die in einem Gemälde von Hieronymus II. Francken vertraglich die Seele eines Sterbenden einfordern. Tibetische Rollbilder aus dem 17. Jahrhundert stellen den Eingang in eines von mehreren Paradiesen in Aussicht, während die olympischen Götter in einem Gemälde von Cornelis van Poelenburgh aus demselben Jahrhundert die sterbliche Psyche zu ihresgleichen machen.

So populär wie der nahbare und zugängliche Hindu-Gott Ganesha, der Glück verheisst, sind in einem Gemälde des Rokoko Venus und Amor, die göttlichen Repräsentanten von Schönheit und Liebe. Shiva brilliert in einem Tanzwettstreit mit der Göttin Kali als bester aller Tänzer in Form einer indischen Bronze, während der zwölfjährige Jesus in einem Gemälde von Jan Steen (um 1659/60) mit seiner übermenschlichen Klugheit die Schriftgelehrten im Tempel zum Staunen bringt.

Schliesslich zeigt sich das Göttliche bisweilen indirekt: So muss Johannes der Täufer betonen, nicht er, sondern Jesus sei der angekündigte Messias, indem er in einem Gemälde aus der Werkstatt Leonardo da Vincis buchstäblich über sich hinaus weist. Die schöne Königstochter Psyche irrt als Marmorskulptur (1882) von Ferdinand Schlöth durch die Welt auf der Suche nach dem verschwundenen Liebesgott Amor. Und manchmal glänzt das Göttliche im wahrsten Sinne des Wortes durch Abwesenheit, wenn balinesische Hindutempel den temporär verweilenden Göttern einen leeren Thron vorbehalten. Der jüdische Ritus kennt einen solchen bei der Beschneidung – dort ist er für den Propheten Elija reserviert, wie es Ambrosius Skeit 1503 gemalt hat.

Die Ausstellung "Making the World. Gelebte Welten" im Museum der Kulturen Basel läuft noch bis zum 23. Januar 2022. Sie konzentriert sich auf die Verflechtungen der Menschen mit ihrer Umgebung. In fünf Gruppierungen werden dort Exponate beider Museen auf die Themen Beziehungen, Orientierung, Spuren und Imaginationen hin befragt.

Making the World
Spirituelle Welten
27. November 2021 bis 24. April 2022

Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH - 4010 Basel

W: http://www.kunstmuseumbasel.ch/

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  •  27. November 2021 24. April 2022 /
Cornelis van Poelenburg (Poelenburch), Psyche wird von Hermes in den Olymp getragen, Öl auf Eichenholz, HxB: 40 x 70.5 cm © Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler
Cornelis van Poelenburg (Poelenburch), Psyche wird von Hermes in den Olymp getragen, Öl auf Eichenholz, HxB: 40 x 70.5 cm © Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler
Figur eines hochrangigen Ahnen pantak, Borneo, Indonesien, Anfang des 20. Jahrhunderts, Holz, 101.7 x 95 x 17 cm © MKB, Slg. Peter Horner, Kauf 2008, llc 22345(01-03)
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Shiva Natarâja, 20. Jahrhundert, Kupferlegierung gegossen und patiniert, 50.5 x 30 x 24 cm © MKB, Slg. Wilhelm Meyer, Geschenk aus dem Nachlass 1992, lla 10687
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Niklaus Manuel gen. Deutsch, Anna selbdritt und die hll. Jakobus d. Ä. und Rochus als Fürbitter für die von der Pest geplagte Menschheit, um 1514/15, HxB: 139 x 112 cm © Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
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