Spektakulärer Kunsttransport aus dem Berliner Bundeskanzleramt ins Kunstmuseum Bern

Nach 50 Jahren im Kabinettssaal hat Ernst Ludwig Kirchners Ölgemälde „Sonntag der Bergbauern” das Bundeskanzleramt in Berlin verlassen. Ab dem 12. September 2025 wird es in der Ausstellung „Kirchner x Kirchner” im Kunstmuseum Bern zu sehen sein. Einem breiten Publikum ist das Gemälde bekannt, da es beinahe Abend für Abend in den deutschen Fernsehnachrichten im Hintergrund der Kabinettssitzungen der deutschen Regierung zu sehen ist.

Aufgrund seiner monumentalen Dimensionen – das Ölgemälde ist 4 m lang und 1,70 m hoch – musste das Kunstwerk über die Terrasse des Bundeskanzleramtes herausbefördert und mit einem Kran in den Ehrenhof heruntergelassen werden.

Im Anschluss wurde das Bild „Neue Sterne” von Meret Oppenheim (1913–1985) aus der Sammlung des Kunstmuseums Bern per Kran hochgetragen. Das Kunstmuseum Bern leiht das Gemälde einer der bedeutendsten Schweizer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts im Gegenzug an das Bundeskanzleramt aus.

Vom 12. September 2025 bis zum 11. Januar 2026 zeigt das Kunstmuseum Bern in seiner Ausstellung „Kirchner x Kirchner” rund 65 Werke von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), die in der Schweiz selten zu sehen waren – er war einer der herausragendsten Protagonisten der Moderne. Ein zentrales Ereignis und Höhepunkt der Ausstellung ist die erstmalige Wiedervereinigung des monumentalen Bilderpaares „Alpsonntag. Szene am Brunnen” (1923–24/um 1929, Kunstmuseum Bern) und „Sonntag der Bergbauern” (1923–24/1926, Kabinettssaal des Bundeskanzleramts, Berlin). Seite an Seite eröffneten die beiden Gemälde 1933 Kirchners Retrospektive in der Kunsthalle Bern, die er selbst kuratierte und an die das Kunstmuseum Bern nun erinnert.

Obwohl sie als Pendants konzipiert wurden, waren die beiden monumentalen Gemälde seit 1933 nie wieder gemeinsam zu sehen. Das Kunstmuseum Bern erwarb damals „Alpsonntag. Szene am Brunnen” direkt aus der Ausstellung. „Sonntag der Bergbauern” gelangte zunächst als Leihgabe und schließlich 1985 dauerhaft in die Bundeskunstsammlung der Bundesrepublik Deutschland. Die ausnahmsweise Genehmigung der Ausleihe dieses im Kabinettssaal prominent und dauerhaft installierten Gemäldes durch das Deutsche Bundeskanzleramt ermöglicht eine kunsthistorische Sensation von kulturpolitischer Tragweite.