Seelenlandschaften - C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz

Anlässlich des 150. Geburtstags von C. G. Jung beleuchtet die Ausstellung die Geschichte der Psychologie in der Schweiz. Zu den Höhepunkten zählen das selten gezeigte Rote Buch, Kunstwerke von Johann Heinrich Füssli bis Heidi Bucher sowie ein aktueller Blick auf die mentale Gesundheit heute.

Die Schweiz war schon immer Heimat von „Seelensuchern” wie Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche oder Carl Gustav Jung. Vom wegweisenden Rorschach-Test über Ludwig Binswangers Daseinsanalyse bis zu C. G. Jungs Analytischer Psychologie: Die Entwicklung der Psychiatrie, Psychologie und Psychoanalyse ist eng mit der Schweiz verbunden und wirkt bis heute nach. Anlässlich des 150. Geburtstags von C. G. Jung präsentiert das Landesmuseum Zürich darum erstmals eine umfassende Ausstellung zur Geschichte der Entdeckung der Psyche in der Schweiz, die vom Autor und Philosophen Stefan Zweifel kuratiert wurde.

Die Ausstellung lädt zu einer Reise durch drei große Themenräume ein: von J. J. Rousseaus Selbstanalyse und der frühen Psychiatriegeschichte über den Bruch zwischen Sigmund Freud und C. G. Jung bis zur Bedeutung der Psychiatrie in der Gegenwart. G. Jung bis zur Bedeutung der Psychiatrie in der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht das legendäre „Rote Buch”, das Jung während einer intensiven Phase der Selbstreflexion verfasste – ein Werk, das im Original bisher nur selten zu sehen war.

Gezeigt wird ein Panorama aus Kunst, Literatur und psychiatrischer Geschichte: Visionäres von Johann Heinrich Füssli, Emma Kunz, Rudolf Steiner, Meret Oppenheim oder Thomas Hirschhorn entfaltet sich neben zeitkritischen Arbeiten wie Heidi Buchers Installation „Das Audienzzimmer des Doktor Binswanger”. Historische Objekte wie eine Zwangsjacke, Manuskripte und frühe psychologische Testtafeln ergänzen die Darstellung der hellen und dunklen Seiten der Seelenforschung.

Die Schau ist jedoch nicht nur ein Rückblick. Der dritte Teil der Ausstellung versteht die Schweiz als psychogeografischen Raum und öffnet den Blick auf die Gegenwart. Interviews mit Fachleuten aus den Bereichen Psychologie und Psychiatrie beleuchten, wie gesellschaftliche Entwicklungen unsere mentale Gesundheit prägen. Junge Menschen teilen ihre Perspektiven zu Themen wie Stress, Social Media oder Identität und zeigen, wie sie im Alltag mit den Herausforderungen des modernen Lebens umgehen. So schlägt die Ausstellung eine Brücke zwischen historischen und gegenwärtigen „Seelenlandschaften”.

Seelenlandschaften.
C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz
Bis zum 15. Februar 2026.