27. Februar 2009 - 2:28 / Ausstellung / Archiv 
7. September 2008 1. März 2009

Duane Hanson (1925-1996) ist einer der einflussreichsten dem Realismus verpflichteten US-Amerikanischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Seine lebensgroßen, detailgetreuen Figuren sind vollständig im Abgussverfahren vom lebenden Modell aus Kunststoffen gefertigt. Unter dem Einfluss der Pop-Art wandte sich Duane Hanson thematisch dem amerikanischen Alltag zu. Hausfrauen, Bauarbeiter, Kellnerinnen, Autoverkäufer, Hausmeister, die Menschen der amerikanischen Mittel- und Unterschicht, sind die Vorbilder seiner Plastiken.

In den späten 60er Jahren begann er erstmals maßstabsgetreue Figuren herzustellen. Mit Hilfe der Materialien Glasfaser und Polyesterharz bildete er jede Hautfalte detailgenau nach. Als die Figuren fertig bearbeitet waren, vollendete Hanson sie mittels echter Kleidung, Perücken und Accessoires. So entstanden nahezu hyperrealistische Szenen aus dem amerikanischen Alltag, ein Abbild des "American Way of Life". Der Mensch wird bei Duane Hanson zur Satire, dessen Einsamkeit, Verzweiflung, Resignation und Frustration plötzlich Unterhaltungswert besitzen.

Immer wieder griff Duane Hanson gesellschaftskritische und politische Themen der amerikanischen Wirklichkeit auf. So thematisierte er mit seinen Figureninstallationen etwa die Sanktionen der Öffentlichkeit bei Abtreibung oder die Entheroisierung von Kriegsopfern. Seine Werke reagierten auf das, was im täglichen Leben der Amerikaner vor sich ging. Das Lebensgefühl der Zeit in den USA lässt sich aus den Gesichtern der Figuren nahezu erschreckend genau ablesen. So schaffte es Hanson einen Ausschnitt der sozialen und politischen Realität seines Heimatlandes in Museen, Ausstellungshäuser und Galerien zu bringen und der amerikanischen Gesellschaft auf diesem Weg einen Spiegel vorzusetzen.

Die Kunsthalle Krems zeigt etwa 30 Plastiken und Figurengruppen sowie Polaroidfotos und eine Filmdokumentation, die den unmittelbaren Arbeitsprozess Duane Hansons dokumentieren. Die ausgestellten Werke stammen zum Großteil aus dem Besitz von Wesla Hanson, der Witwe des 1996 verstorbenen weltbekannten Künstlers.

Ein Performanceprojekt des österreichischen Künstlers Manfred Grübl, geboren 1965 in Salzburg, erweitert die Ausstellung zu bestimmten Terminen. Grübl interveniert subversiv und macht die Rezipienten zu aktiven Akteuren seiner Kunst. Performances mit lebenden Protagonisten zeigte Grübl bereits in der Wiener Secession und in der Londoner Saatchi Gallery.


Duane Hanson - Sculptures of the American Dream
7. September 2008 bis 1. März 2009

Kunsthalle Krems
Franz-Zeller-Platz 3
A - 3500 Krems-Stein

T: 0043 (0)2732 9080-10
F: 0043 (0)2732 9080-11
E: office@kunsthalle.at
W: http://www.kunsthalle.at/

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Chinese Student, 1989. Hanson Collection, Davie, Florida. © VBK Wien, 2008
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Policeman (Edition 3/3), 1992/1994. Private Sammlung, San Francisco. © VBK Wien, 2008
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Queenie II, 1988. Hanson Collection, Davie, Florida. © VBK Wien, 2008