13. Juli 2020 - 4:55 / Ausstellung / Geschichte 
3. Juli 2020 11. Oktober 2020

Das Kunsthaus Zürich präsentiert eine grosse Themenausstellung zu den zwanziger Jahren. Zum ersten Mal seit den 1970er-Jahren werden in einer Kunst-Ausstellung das Bauhaus, Dada, die Neue Sachlichkeit sowie Design- und Architekturikonen des Modernismus länderübergreifend miteinander in einen Dialog gesetzt. Kunstschaffende des 21. Jahrhunderts nehmen den disruptiven Geist der Zwischenkriegszeit auf und überraschen mit neuen Arbeiten.

Die 1920er-Jahre waren ein Jahrzehnt der Aufbrüche und Rückfälle. In keinem Moment des 20. Jahrhunderts war die Sehnsucht der Menschen nach Neuerungen so gross wie damals. Es wurden urbanistische Visionen entworfen und Städte wuchsen in rasanter Geschwindigkeit. Klassische Rollenbilder in Gesellschaft und Ehe wurden hinterfragt und aufgebrochen, benachteiligte und unterdrückte Minderheiten verschafften sich Gehör in Politik und Kultur. An die Seite eines arbeitnehmergerechteren Alltags stellte sich eine wachsende Freizeitindustrie. Dieser hohe wirtschaftliche und soziale Innovationsgrad fand seinen direkten Niederschlag in der Experimentierfreudigkeit aller Künste.

Es entstanden Stile in Architektur und Design, die noch im 21. Jahrhundert richtungsweisend sind. Mit Fokus auf Berlin, Paris, Wien und Zürich berücksichtigt die Ausstellung alle in den 1920er-Jahren gängigen Medien wie Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Film und Collage, Mode und Design. Chanels "Kleines Schwarzes" wurde ebenso in dieser Zeit entworfen wie der berühmte, in Gemeinschaftsarbeit entstandene Clubsessel von Le Corbusier/Perriand/Jeanneret oder Margarete Schütte-Lihotzkys Frankfurter Küche. Auch Moholy-Nagys Begriff der Neuen Fotografie wurde in besagtem Jahrzehnt geboren. Allen diesen Schöpfungen ist gemein, dass sie 100 Jahre später immer noch modern, ja geradezu zeitgenössisch anmuten. Als Inspirationsquelle für viele Nachahmer und als Objekt der Begierde treiben sie die Sehnsucht der Design-Aficionados im 21. Jahrhundert an. Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die sich explizit mit der Formensprache und den Inhalten der 1920er-Jahre befassen, schlagen eine Brücke in die Gegenwart.

Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug hat rund 80 Künstlerinnen und Künstlern der verschiedensten Kunstsparten für die Ausstellung ausgewählt, darunter Kader Attia, Josephine Baker, Marc Bauer, Constantin Brancusi, Coco Chanel, Le Corbusier mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand, Otto Dix, Dodo, Laura Gerlach, Valeska Gert, Walter Gropius, George Grosz, Raphael Hefti, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Johannes Itten, Rashid Johnson, Grete Jürgens, Wassily Kandinsky, Elisabeth Karlinsky, Friedrich Kiesler, Paul Klee, František Kupka, Fernand Léger, Jeanne Mammen, Fabian Marti, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Alexandra Navratil, Gret Palucca, Trevor Paglen, Suzanne Perrottet und Rudolph von Laban, Francis Picabia, Man Ray, Hans Richter, Mies van der Rohe, Thomas Ruff, Christian Schad, Xanti Schawinsky, Kurt Schwitters, Shirana Shahbazi, Veronika Spierenburg, My Ullmann, Rita Vitorelli.

Schall und Rauch. Die wilden Zwanziger. Von Josephine Baker bis Thomas Ruff
Vom 3. Juli bis 11. Oktober 2020

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH - 8001 Zürich

T: 0041 (0)44 25384-84
F: 0041 (0)44 25384-33
E: info@kunsthaus.ch
W: http://www.kunsthaus.ch/

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  •  3. Juli 2020 11. Oktober 2020 /
Theodore Lux Feininger, Xanti Schawinsky, Ohne Titel, um 1927 s/w-Fotografie, bemalt, 23,2 x 17,9 cm, Privatbesitz, © Nachlass Theodore Lux Feininger, The Xanti Schawinsky Estate
Theodore Lux Feininger, Xanti Schawinsky, Ohne Titel, um 1927 s/w-Fotografie, bemalt, 23,2 x 17,9 cm, Privatbesitz, © Nachlass Theodore Lux Feininger, The Xanti Schawinsky Estate
Christian Schad, Maika, 1929 Öl auf Holz, 65 x 53 cm Privatsammlung © Christian Schad Stiftung Aschaffen- burg / 2020 ProLitteris, Zurich
Christian Schad, Maika, 1929 Öl auf Holz, 65 x 53 cm Privatsammlung © Christian Schad Stiftung Aschaffen- burg / 2020 ProLitteris, Zurich
Shirana Shahbazi, [Diver-02-2011], 2011 Silbergelatineprint auf Aluminium, 90 x 70 cm Kunsthaus Zürich, Fotosammlung, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Gruppe Junge Kunst, 2015, © Shirana Shahbazi
Shirana Shahbazi, [Diver-02-2011], 2011 Silbergelatineprint auf Aluminium, 90 x 70 cm Kunsthaus Zürich, Fotosammlung, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Gruppe Junge Kunst, 2015, © Shirana Shahbazi