Am 27. November 2025 eröffnen die Bregenzer Meisterkonzerte ihre neue Saison. Unter der Leitung von Philippe Herreweghe gestalten das Orchestre des Champs-Élysées und das Collegium Vocale Gent den feierlichen Auftakt im Festspielhaus Bregenz.
Philippe Herreweghe zählt zu den prägenden Dirigenten der europäischen Musiklandschaft. Seit den 1970er-Jahren hat er die historische Aufführungspraxis entscheidend mitgeprägt, ohne je in bloße Rekonstruktion zu verfallen. Seine Interpretationen zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Balance zwischen struktureller Klarheit und innerer Leidenschaft aus. Mit dem von ihm gegründeten Collegium Vocale Gent und dem Orchestre des Champs-Élysées, das auf Originalinstrumenten aus der Zeit Beethovens und Brahms’ spielt, formt Herreweghe eine Klangsprache von durchscheinender Transparenz und geistiger Intensität – ein Ensembleklang, der Denken und Empfinden gleichermaßen anspricht.
Mit einem Programm, das Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur „Eroica” und Luigi Cherubinis Requiem in c-Moll gegenüberstellt, entfaltet der Abend eine fesselnde musikalische Dramaturgie. Das heroische Aufbrechen und die visionäre Energie von Beethovens „Eroica” treffen auf die kontemplative Strenge und geistige Geschlossenheit von Cherubinis Totenmesse. In diesem Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Andacht, zwischen weltlicher Größe und stiller Innigkeit entsteht ein Dialog von seltener Intensität, ein musikalisches Zwiegespräch über Leben, Tod und Erneuerung. Herreweghe lotet in beiden Werken das Verhältnis von Form und Ausdruck, von Klangrede und Stille meisterhaft aus und lässt Beethoven und Cherubini nicht als Gegensätze, sondern als komplementäre Stimmen einer Epoche erscheinen: Der eine ist von revolutionärem Gestus getragen, der andere von tiefem Glauben an Maß und Ordnung. Gemeinsam entfalten sie eine Klangwelt, in der menschliche Leidenschaft und metaphysische Besinnung einander durchdringen.
So wird die Eröffnung der Saison 2025/2026 zu mehr als einem Konzert, vielmehr zu einer Meditation über den Geist der europäischen Musik, über heroische Vision und seelische Einkehr sowie über die Kraft der Musik, das Menschliche in seiner ganzen Spannbreite erfahrbar zu machen.
Das vollständige Programm ist auf www.bregenzermeisterkonzerte.at abrufbar.