28. Februar 2019 - 10:20 / Ausstellung 
14. März 2019 23. April 2019

Dynamische Urbanisierungsprozesse prägen weite Teile der Welt. Die junge Bevölkerung wandert in die Städte, ältere Menschen und Kinder bleiben in den ländlichen Gegenden zurück. Lange Zeit wurde die Revitalisierung dieser Regionen vernachlässigt – mit dramatischen sozioökonomischen und gesellschaftspolitischen Folgen. Vor dem Hintergrund, dass die Entwicklung des ländlichen Raums weltweit eine der dringendsten Herausforderungen darstellt, zeigt die Ausstellung wegweisende Strategien der jungen Pekinger Architektin Xu Tiantian, die sie in der chinesischen Region Songyang umgesetzt hat.

Songyang ist ein von Bergen und dem Fluss Songyin geprägter Landkreis mit mehr als 400 Dörfern im Südosten der Provinz Zhejiang. Die besondere Landschaft mit sanften Hügeln, Reisfeldern und Teeplantagen lässt sich in der traditionellen chinesischen Literatur und in vielen Gemälden wiederfinden. Obwohl touristisch attraktiv, ist die Region stark von Landflucht geprägt. Diverse Modernisierungsmaßnahmen, von neuen Straßen und Schnellzugtrassen bis zur digitalen Breitbandversorgung in jedem Bergdorf, zeigten bisher noch nicht die gewünschte Wirksamkeit.

Nun gestaltet die regionale Regierung gemeinsam mit der Architektin Xu Tiantian den Strukturwandel mit präzisen architektonischen Interventionen. Die Bauten schaffen sowohl neue Produktionsstätten als auch öffentliche und kulturelle Orte und binden dabei vorhandene Ressourcen und oft schon vergessene handwerkliche Traditionen ein. Wie Akupunkturen ziehen die kleinmaßstäblichen, hochgradig kontextuellen Projekte ein weit ausstrahlendes Netzwerk über die Region und schaffen kulturelle, soziale und ökonomische Zukunftsperspektiven.

Xu Tiantian, die erste chinesische Architektin mit einem eigenen Büro – DnA_Design and Architecture –, hat in Zusammenarbeit mit den Dorfgemeinschaften, der kommunalen Regierung und lokalen Handwerkern eine Vielzahl von Projekten in Songyang umgesetzt. Sie ließ sich für alle Gebäudeentwürfe von der gebauten Geschichte der Orte inspirieren und erweiterte sie um zusätzliche Elemente und Funktionen. Das verhilft der ländlichen Gegend zu einem dynamischen und organischen Wachstum und lockt gleichzeitig eine neue Generation moderner Landbewohner*innen an.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Projekte und erläutert sie mit Modellen, Plänen und Fotografien. Filme veranschaulichen die neue Architektur, die Kultur und auch die Geschichten der Menschen von Songyang.

Rural Moves – The Songyang Story
14. März bis 23. April 2019
Eröffnung: Mi 13. März 19, 18 Uhr

Architekturzentrum Wien
Museumsplatz 1, im MQ
A - 1070 Wien

W: http://www.azw.at/

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  •  14. März 2019 23. April 2019 /
Dushan Leisure Centre, Silingxia Village; Photo: Wang Ziling
Dushan Leisure Centre, Silingxia Village; Photo: Wang Ziling
Bamboo Theater, Hengkeng Village; Photo: Wang Ziling
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Shimen Bridge, Shimen Village; Photo: Wang Ziling
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Wang Jing Memorial Hall, Wang Village; Photo: DnA Design and Architecture
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