14. Juni 2019 - 10:34 / Aktuell 

Der mit 150‘000.– Schweizer Franken höchstdotierte europäische Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung geht in diesem Jah an die 1940 geborene österreichische Künstlerin Valie Export. Die Filmemacherin, Medien- und Performancekünstlerin, die seit 1967 ihren Künstlernamen als künstlerisches Konzept und Logo führt, wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Künstlerin gehört nach Ansicht des Stiftungsrats zu den wichtigsten internationalen Pionierinnen dieser Kunstgattungen. Ihre Körper-Aktion "Tapp und Tastkino", bei der Passanten ihre in einem Pappgehäuse entblössten Brüste berührten, löste einen filmisch und fotografisch dokumentierten Skandal aus, der, gemäss der Jury, zum Gründungsmythos des sogenannten Aktionismus gehört und bis heute nachwirkt.

Valie Export nahm 1977 an der Documenta 6 und 2007 an der Documenta 12 in Kassel teil und repräsentierte 1980 Österreich zusammen mit Maria Lassnig (ebenfalls Haftmann-Preisträgerin) an der Biennale in Venedig. Sie hatte Professuren an den Kunsthochschulen in Wisconsin-Milwaukee, Berlin und Köln inne und war und ist bis heute in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Valie Export ist die neunzehnte Künstlerin, der Europas höchstdotierter Kunstpreis zuteil wird. Der Haftmann-Preis wird ihr am 27. September 2019 vor geladenen Gästen im Kunsthaus Zürich verliehen. Die Auszeichnung geht auf die Initiative von Roswitha Haftmann (1924–1998) zurück. Seit 2001 vergibt ihre Stiftung den Preis an lebende Künstlerinnen und Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Wer den Preis erhält, wird vom Stiftungsrat bestimmt. Ihm gehören die Direktorinnen und Direktoren des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, des Museum Ludwig in Köln und des Kunsthaus Zürich an. Hinzu kommen Mitglieder, die vom Stiftungsrat berufen werden.

Weitere Infos: www.roswithahaftmann-stiftung.com



Valie Export (Bild: Kunsthaus Zürich)
Valie Export (Bild: Kunsthaus Zürich)