24. Juni 2019 - 7:54 / Ausstellung 
27. Juni 2019 1. September 2019

Rosalind Nashashibi verzichtet in ihren Filmen auf stringente Erzählungen. Stattdessen inszeniert sie Szenen und Momente aus dem alltäglichen Leben in filmischen Collagen zu oft enigmatischen wie gleichermaßen poetischen Bildern. In der Parallelität unterschiedlicher Handlungsstränge manifestiert sich ihr Interesse an vielschichtigen Realitätsebenen und sozialen Organisationsformen von der Familie bis zum Staat.

Grenzen, aber auch räumlich beengte Orte, wie beispielsweise ein Schiff oder ein abgeschiedenes Haus im Dschungel, dienen als Schauplätze ihrer Handlungen. Anhand dieser Handlungen – teilweise sind sie konstruiert und vorgegeben, teilweise erscheinen sie dokumentarisch – beobachtet sie die psychologischen Strukturen von Kontrolle und Zwängen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Nashashibi hatte sich schon während ihres Malereistudiums dem Film zugewandt. Da sie die besonderen Qualitäten analogen Filmmaterials und klassischer filmischer Konventionen wie Montage, Schnitt und Kameraführung schätzt, dreht sie ihre Filme meist auf 16mm-Film. Die seit einigen Jahren zu den Filmen entstehenden Gemälde ermöglichen der Künstlerin in einer Unmittelbarkeit und Direktheit auch andere Aspekte herauszuarbeiten, als es das konzeptuelle und kontrollierte filmische Arbeiten erlaubt.

Nashashibi war 2017 für den wichtigen britischen Turner Prize nominiert und präsentierte einen neuen Film auf der documenta 14 (2017) in Kassel. In der Secession wird Nashashibi ein neues, sich über einen längeren Zeitraum entwickelndes Filmprojekt zeigen, das von der Künstlerin zusammen mit der Secession, dem Witte de With (Rotterdam), der Foksal Gallery Foundation (Warschau) und dem Edinburgh Art Festival 2019 ko-produziert wird.

Rosalind Nashashibi, geboren 1973 in Croydon (England), lebt und arbeitet in London.

Rosalind Nashashibi
27. Juni bis 1. September 2019

Wiener Secession
Friedrichstraße 12
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 5875307-10
W: http://www.secession.at/

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