30. Januar 2011 - 2:12 / Ausstellung / Archiv 
22. Oktober 2010 30. Januar 2011

Das virtuose Spiel des kanadischen Künstlers Rodney Graham mit Realität und Fiktion zeigt die breit angelegte Retrospektive, die in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein wird. Von den rund 100 Werken aus der Zeit zwischen 1978 und 2008 werden die meisten Arbeiten zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Dabei lässt die Retrospektive bewusst einige Arbeiten von Graham aus, die in letzter Zeit häufiger in Ausstellungen zu sehen waren und legt einen Schwerpunkt auf seine früheren Arbeiten, die "angeeigneten" Arbeiten und einige der weniger bekannten Filmarbeiten des Künstlers.

Rodney Graham benutzt alle Arten von Medien – Bücher, Video, Skulptur, Maschinen und Geräte, Malerei, Fotografie, Installation, gedrucktes Material oder Musik – um Arbeiten zu produzieren, die die Wahrnehmung, die Autorschaft und Schlüsselkonzepte der Kunstgeschichte herausfordern und mit diesen Aspekten spielen. Sein Werk hat einen deutlich konzeptuellen und intellektuellen Charakter und beinhaltet oft Anspielungen auf Künstler und Intellektuelle von der Aufklärung bis zum heutigen Tag. Seine Verwendung von Techniken der Aneignung erlaubt es ihm, sich vor "Meistern" oder "Vaterfiguren" in den Künsten, der Literatur, der Philosophie oder der Pop-Kultur zu verneigen. Dabei entweiht er mit einer respektvollen Ironie ihren unumstrittenen Einfluss und schlägt zugleich neue Arten vor, diese zu sehen.

Von Sigmund Freud bis Donald Judd (in manchen Stücken in unmittelbarer Gegenüberstellung), Edgar Allan Poe bis Jeff Wall, oder Ian Fleming bis Pablo Picasso, stellen diese jeweils das materielle oder konzeptuelle Rohmaterial für viele von Rodney Grahams Stücken. Ganz spezifisch beinhaltet die Ausstellung eine sehr umfassende Zusammenstellung seiner Bücher und auf Büchern basierenden Skulpturen, Installationen und Maschinen. Sie erschafft eine ganz spezielle Bücherei, die die Bucheinschübe, -anhänge, Lesezeichen und -geräte und Judd-ähnliche Präsentationen in den Mittelpunkt stellt. Die Ausstellung präsentiert auch die Serie "Picasso, Mein Meister" mit 21 Gemälden (2005), Grahams ersten Umgang mit diesem Medium, der geistreich die Aura des Meisterlichen in Picassos Arbeit dekonstruiert, indem er sie mit einer ungetarnten Imitation des Stils des Meisters in Grahams "Amateur-Manier" als Maler und mit seinen persönlichen Beiträgen mischt.

Die Ausstellung wurde organisiert vom Museu d"Art Contemporani de Barcelona (MACBA) in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gegenwartskunst, Basel und der Hamburger Kunsthalle.

Rodney Graham - Through the Forest
22. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D - 20095 Hamburg

T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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