27. Juli 2011 - 2:36 / Ausstellung / Archiv 
26. März 2011 31. Juli 2011

"Richard Long. Berlin Circle" ist die erste museale Einzelpräsentation von Werken des Künstlers seit knapp zehn Jahren in Deutschland. Mit dieser Ausstellung wird zugleich das langjährige Engagement des Sammlers Erich Marx für die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof gewürdigt, der in diesem Frühjahr seinen 90. Geburtstag feiert. Richard Long ist neben Michael Heizer, Walter de Maria und Robert Smithson einer der Protagonisten der "Land Art".

Die "Land Art" entstand in den 1960er Jahren durch einzelne parallel arbeitende Künstler vor dem Hintergrund der ersten ökologischen Bewegungen in den USA und Europa als kritische Reaktion auf die klassische Gattung Skulptur und den kommerziellen Kunstbetrieb. Die vergänglichen und ortsspezifischen Werke in und aus der Natur bekamen mit der Ausstellung "Earthworks" 1968 in der Dwan Gallery in New York ihren ersten öffentlichen Auftritt. Gerry Schum prägte dann 1969 mit seiner gleichnamigen Fernsehausstellung den heutigen Begriff "Land Art".

Richard Long nutzt die Bewegung des eigenen Körpers, das Wandern und Gehen in der Landschaft als Maßstab und Medium für seine Kunst. Eine seiner frühesten und bekanntesten Arbeiten "A Line Made by Walking", 1967 bestand darin, dass er auf einer Wiese eine Gerade mehrfach hin und zurück abgeschritten hatte, so dass sich im Gras eine Linie abzeichnete, die der Künstler dann fotografisch festhielt. Seit über 40 Jahren entstehen nun weitere und größere Arbeiten im Außenraum überall auf der Welt in England, Kanada, Japan oder Bolivien: große Steinkreise oder Linien aus Holz.

Fotografien dokumentieren diese vergänglichen Arbeiten. Im Gegensatz zu seinen Wegbegleitern wie Heizer oder Smithson greift Long mit seinen Werken nicht mit großer Geste in die Natur ein, sondern er arbeitet mit dem, was er vorfindet. Seit seinen Anfängen konzipiert der Künstler aber auch Arbeiten für den Museumsraum. Auch hier entstehen Skulpturen mit archetypischen Formen aus Holz oder Stein: Ellipsen, Linien oder Kreise. Long erklärt seine Formenwahl wie folgt: "I like to use the symmetry of patterns between time, between places and time, between distance and time, between stones and distance, between time and stones. I choose lines and circles because they do the job".

So ist auch das zentrale Werk der Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin der "Berlin Circle", 1996 ein Kreis aus Stein. Die Bodenarbeit, die einen zwölf Meter durchmessenden Steinkreis zeigt, ist ein wichtiges Werk der Sammlung Marx und wurde erstmals 1996 zur Eröffnung des Hamburger Bahnhofs, vom Künstler installiert, präsentiert. Sie wird in dieser Ausstellung als thematischer Fokus dienen, den die Ausstellung auf eine der Grundformen des Künstlers legt, den Kreis. Weitere fünf Bodenarbeiten des Künstlers werden in der Historischen Halle gezeigt sowie Filme von und über den Künstler. Zusätzlich ist eine neue Arbeit des Künstlers vor Ort entstanden, der großformatige "River Avon Mud Circle".

"My art is in the nature of things" sagt Long und verweist darin auf die Aktualität seiner Werke, die als konsequente Setzungen von Orten, an denen im Werk die Natur der Dinge erscheint, auch Fragen des zeitgenössischen Diskurses nach Relationalität, Performativität, Grenzüberschreitungen und Räumlichkeit von Kunst beleuchten.

Publikation "Richard Long. Berlin Circle" erscheint Ende April Verlag für Moderne Kunst Nürnberg.

Richard Long. Berlin Circle
26. März bis 31. Juli 2011

Hamburger Bahnhof
Invalidenstraße 50/51
D - 10557 Berlin

T: 0049 (0)30 397834-12
F: 0049 (0)30 397834-13
E: hbf@smb.spk-berlin.de
W: http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/hamburger-bahnhof/home.html

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Ähnliche Beiträge


Richard Long in der Hamburger Kunsthalle Mi, 16.10.2013
Richard Long: Prints 1970-2013 Mi, 24.04.2013

  •  26. März 2011 31. Juli 2011 /