Retrospektive Maggy Mauritz

Maggy Mauritz war wie ihr Mann Roberto Altmann Mitglied der lettristischen Bewegung in Paris. Sie zählt zu den ersten Künstlerinnen, die Sprayfarbe für ihre lettristischen Werke verwendeten und damit Street-Art-Techniken vorwegnahmen. In der von Frédéric Acquaviva kuratierten Ausstellung werden ihre Arbeiten erstmals in einer umfangreichen Einzelausstellung präsentiert.

Maggy Mauritz wurde 1941 im sudetischen Böhmen geboren und wuchs ab 1946 in einem Flüchtlingslager bei Stuttgart auf. 1963 zog sie nach Paris, wo sie als Sekretärin für den Verleger Robert Altmann arbeitete. Dort begegnete sie Roberto Altmann und dem Lettrismus und begann, sich autodidaktisch das Schaffen eigener Werke anzueignen.

Ihr Werk aus den Jahren 1963 bis 1974 umfasst Gemälde, Arbeiten auf Papier, Objekte und Druckgrafiken, die in bedeutenden Ausstellungen in Paris, Vaduz, Berlin, Hamburg und anderen Städten gezeigt wurden. Dennoch wurde ihr Name in zeitgenössischen Dokumenten häufig verschwiegen oder ausgelassen – selbst bei Ausstellungen und Projekten, an denen sie maßgeblich beteiligt war. Auch nach ihrer Heirat mit Roberto Altmann im Jahr 1970 blieb ihre künstlerische Leistung weitgehend im Schatten ihres Mannes.

Erst ab 2019 wurde die Qualität und Bedeutung ihres Werkes umfassend wiederentdeckt. Heute gilt Mauritz als eine der wichtigsten, aber lange übersehenen Künstlerinnen des Lettrismus. Bereits ab 1966 gehörte sie zu den ersten Künstlerinnen, die Sprühfarbe und Schablonen für Buchstaben- und Zahlenkompositionen einsetzten. Damit gilt sie als frühe Pionierin der Graffiti-Kunst. In der von Frédéric Acquaviva kuratierten Ausstellung werden ihre Arbeiten erstmals umfassend gezeigt.


Maggy Mauritz: „… und ich bin auch Malerin!”
Eine Retrospektive
Kuratiert von Frédéric Acquaviva
16. August – 25. Oktober 2026

Ausstellungseröffnung
Sonntag, 16. August, 15 Uhr
mit Präsentation des ↗ Werkverzeichnisses

Begrüßungsworte: Christian Öhri, Vorsteher der Gemeinde Ruggell

Buchvorstellung (englisch): Frédéric Acquaviva, Komponist, Lettrismus-Historiker, Kurator der Ausstellung und Herausgeber des Werkverzeichnisses

Zur Ausstellung: Maggy Mauritz im Gespräch mit Johannes Inama, Leiter des Küefer-Martis-Huus