In seiner Soloausstellung in der Landesgalerie Burgenland begreift Ralo Mayer Stoff als Material, als Erzählmaterial, als Träger von Bedeutung und Möglichkeit.
Die Ausstellung mit dem Titel „47 Stoffe” versammelt Kunstwerke unterschiedlichster Art, darunter Keramiken, Fotografien, Meteoriten, Filme, textile Oberflächen, literarische Texte und geschlossene Ökosysteme. Sie alle tragen Spuren von Geschichten in sich: erzählte, verdrängte, vergessene oder noch nicht gefundene. Ausgangspunkt seiner künstlerischen Forschung sind Orte und Zeiten – reale wie imaginierte –, an denen sich Utopien, Krisen und Visionen kreuzen: von der Biosphäre 2 in der Wüste Arizonas über die schwedische Taiga bis zum Wiener Prater, von Weltraummissionen bis zu überholten Spezialeffekten aus Hollywood. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Science-Fiction, Raumfahrtgeschichte und ökologischer Reflexion.
Wie der deutsche Filmemacher und Autor Alexander Kluge schreibt, ist die „größte Welt […] die des nicht-Erzählten, das auf seine Erzählung wartet: das ist der riesenhafte Stoff.“ Ralo Mayers Werke schaffen Räume für dieses Noch-nicht-Erzählte. Die Fragmente seiner Ausstellung fügen sich nicht zu einer linearen Geschichte, sondern verweisen als offene Systeme auf das, was nicht mehr oder noch nicht sichtbar, aber möglicherweise bereits spürbar ist.
„47 Stoffe” lädt dazu ein, das Unbekannte zu denken – nicht als Flucht in die Ferne, sondern als Reflexion über unsere irdischen, geteilten Lebensräume.
Ralo Mayer
47 Stoffe
Bis 25. Jänner 2026