Radierungen von Therese Eisenmann

Das bevorzugte Medium der 1953 in Gosau (Oberösterreich) geborenen Künstlerin Therese Eisenmann ist die Radierung. Dass sie sich bei dieser aufwendigen Technik häufig auf das Großformat einlässt, räumt ihr in Österreich ein Alleinstellungsmerkmal ein. Vier monumentale Radierungen (Stahlgravuren) im Format 120 mal 160 Zentimeter zeigt sie noch bis 11. November in der MAP Kellergalerie in Schruns im Rahmen der Ausstellung „Landsend“.

Entstanden sind diese Werke im Nachklang eines vier monatigen Artist-in-Residence-Aufenthaltes in Island, zu dem sie das oberösterreichische Landesmuseum vor vier Jahren eingelanden hatte. In der als „Reykir I–IV“ bezeichneten Serie thematisiert die zurückgezogen in Lamm/Neumarkt im Mühlkreis lebende Grand Dame der Stahlgravur den brausenden Nordatlantik, der mit wilder, weißer Gischt an den schwarzen Lavastrand branded. „Dort türmen sich die Wogen, das verdichtende Wasser und das gischtende Geschehen. Noch einmal davor die Lavasteinmassen, teilweise natürlich vom Wasser geschwärzt. Das Zusammentreffen zweier Elemente, zweier Stofflichkeiten, auch farblich ein starker Kontrast,“ heisst es in einem Tagebucheintrag Eisenmanns am 11. Juli 2021. Zusätzlich zu den Reykir-Arbeiten sind in den Räumlichkeiten der MAP Kellergalerie auch noch die beiden Radierzyklen „Hexenskizzen“ (1976-77) und „Pferd und Mond“ (1997-98) sowie mehrere kleinere Radierungen aus ihrem umfangreichen Œuvre zu sehen, die sämtlich auf die starke Beziehung Eisenmanns zur Natur und zu Naturphänomenen, einschließlich Tieren als Motiv, verweisen.

Die Künstlerin studierte an der Hochschule für Gestaltung in Linz Malerei und Grafik bei ‚Alfons Ortner und schloss ihr Studium 1977 mit dem Diplom ab. Seither ist sie als freischaffende Malerin und Grafikerin tätig.

LANDsEND
Therese Eisenmann
5. Oktober bis 9. November 2025
Vernissage: 4. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Einführung: Dr. Maria Reitter-Kollmann, Kunstwissenschaftlerin & Kuratorin
Musikalische Umrahmung: Flutar (Gerhard Ganahl - Gitarre, Martin Vallaster - Flöte)
Öffnungszeiten: Fr/Sa/So, 17-19 Uhr