27. April 2012 - 1:47 / Architektur 
10. Dezember 2011 29. April 2012

Die Architektur von schneider+schumacher steht für Klarheit und Geradlinigkeit, eine dezidiert zeitgenössische Ausdrucksweise, die den Fortschritt durch Technik begrüßt und dabei oft markant, selbstbewusst und skulptural geformt ist. Derzeit prägen die sensiblen und architektonisch komplexen Um- und Erweiterungsbauten der Architekten um Till Schneider und Michael Schumacher auf besondere Weise das bauliche Gesicht Frankfurts.

In unmittelbarer Nachbarschaft des DAM wird während der Ausstellung zuerst der renovierte Altbau und anschließend die neue unterirdische Erweiterung des Städel Museums eröffnet. Die Städelerweiterung kann als ein Beispiel für einen Paradigmenwechsel im Museumsbau gesehen werden, vom repräsentativen Solitär zu einer unterirdischen, von außen auf den ersten Blick bescheiden wirkenden Hinzufügung. Bei genauerem Hinsehen demonstriert der durch seine originellen Bullaugen von innen heraus strahlende, leicht gebogene Grashügel dabei durchaus seine Stärke, denn er beherbergt einen spektakulären Innenraum.

Ebenfalls Anfang 2012 wird das ehemalige Dresdner Bank Hochhaus, der sogenannte "Silvertower" (von ABB Architekten, 1978), bezogen, das im Auftrag der Commerzbank für die Deutsche Bahn grundrenoviert wird. Grundlegende Veränderungen werden bei dem ehemaligen Dresdner Bank Hochhaus ebenfalls von außen kaum wahrnehmbar sein, da hier von den Architekten im fast traditionell denkmalpflegerischen Sinne gearbeitet wurde. Der zylindrische Westhafen-Tower mit der "gerippten" Fassade am nördlichen Mainufer sowie die legendäre rote stählerne Info-Box in Berlin (von 1995 bis 2001) sind weitere bekannte Bauwerke der Architekten. (Auszug aus dem Vorwort des Ausstellungskatalogs von Peter Cachola Schmal).

Die Projekte von schneider+schumacher werden anhand von großformatigen Projektionen in einer eigens für das DAM entworfenen Installation präsentiert, die durch MESO Digital Interiors umgesetzt wurde. Neue Fotos von Kirsten Bucher, die in authentischer Weise eine aktuelle Momentaufnahme der Gebäude von außen und innen zeigen, verdichten sich mit Archivbildern und Interviewausschnitten, die mit dem Architekturhistoriker Manuel Cuadra geführt wurden. Die atmosphärische Raum-Choreographie veranschaulicht die Arbeit und Intention der Architekten.

Die Ausstellung markiert den Beginn einer neuen Reihe im DAM, die jedes Jahr die wichtigsten Architekten der Rhein-Main-Region in Form von monografischen Würdigungen zeigen wird. Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfangreicher und reich bebilderter Katalog in Deutsch\Englisch.

schneider+schumacher
10. Dezember 2011 bis 29. April 2012

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
D - 60596 Frankfurt am Main

T: 0049 (0)69 212-38844
F: 0049 (0)69 212-37721
E: info.dam@stadt-frankfurt.de
W: http://www.dam-online.de/

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Westhafen, Frankfurt am Main, 2003-2004 \ schneider+schumacher. Foto: © Kirsten Bucher
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Westhafen, Frankfurt am Main, 2003-2004 \ schneider+schumacher. Foto: © Kirsten Bucher
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Erweiterung Städel Museum, Frankfurt am Main, 2011 \ schneider+schumacher. Foto: © Kirsten Bucher
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Museum Sowjetisches Speziallager, Sachsenhausen, 2001 \ schneider+schumacher. Foto: © Kirsten Bucher
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Instituto Cervantes \ Amerika Haus, Frankfurt am Main, 2008 \ schneider+schumacher. Foto: © Kirsten Bucher