Das Kunsthaus Zürich präsentiert die Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung E. G. Bührle in einer klassischen Salonhängung und macht damit fast den gesamten Bestand neu erfahrbar.
Von 2023 bis 2025 war im Kunsthaus Zürich die Ausstellung „Eine Zukunft für die Vergangenheit. Sammlung Bührle: Kunst, Kontext, Krieg und Konflikt” zu sehen. Sie stieß eine breite öffentliche Diskussion an, die auch über die Laufzeit der Ausstellung hinaus weitergeführt wird. Für 2027/2028 ist eine neue, thematisch fokussierte Präsentation der Sammlung geplant.
Bis zu dieser Neuausrichtung zeigt das Kunsthaus Zürich einen Zwischenstand: Alle 205 Werke der Dauerleihgabe werden in einer klassischen Salon- bzw. Petersburger Hängung präsentiert, wie sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbreitet war. Zu sehen sind zahlreiche Publikumslieblinge ebenso wie kunsthistorisch bedeutende Werke, darunter „Le Semeur au soleil couchant” von Vincent van Gogh und „Irène Cahen d’Anvers (La Petite Irène)” von Auguste Renoir. Die dichte Hängung erlaubt einen ungewohnten Blick auf den gesamten Bestand der Sammlung und macht dessen Umfang und Vielfalt unmittelbar erfahrbar. Einzelne Werke, die sich als temporäre Ausstellungsleihgaben in einem anderen Museum oder in der Restaurierung befinden, werden nicht gezeigt. An den entsprechenden Stellen sind Informationen über das Werk zu sehen.
Ergänzt wird die Präsentation durch eine Archivschau, die die Ausstellungsgeschichte der Sammlung sowie ihre öffentliche Rezeption in unterschiedlichen Epochen und Ländern dokumentiert. Damit wird auch die Veränderung der Wahrnehmung der Sammlung im historischen und gesellschaftlichen Kontext sichtbar.
Die Ausstellung wurde von einem Kernteam bestehend aus Mitarbeitenden des Kunsthauses erarbeitet. Parallel dazu wird seit Anfang 2025 in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Feedbackpanel, das aus externen Expertinnen und Experten besteht, an der nächsten großen Präsentation der Sammlung gearbeitet, die 2027/2028 eröffnet werden soll. Die Präsentation wird drei inhaltliche Schwerpunkte setzen: Erstens werden die Werke verstärkt in ihren kunsthistorischen Kontext eingebettet, wo möglich im Dialog mit weiteren Beständen des Kunsthauses Zürich. Zweitens wird die Rolle jüdischer Sammlerinnen und Sammler für die Moderne untersucht. Und drittens widmet sich ein Film dem Kontext der Sammlung und der Beziehung zum Kunsthaus.
Das Kunsthaus nimmt zum 1. April die Provenienzforschung zur Sammlung der Stiftung E. G. Bührle wieder auf. Die Forschung wird durch die im Februar 2026 genehmigten Mittel der Stadt Zürich ermöglicht.