19. Juli 2022 - 7:14 / Aktuell / Köpfe 

Claes Oldenburg, der neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein zu den bedeutendsten Vertretern der amerikanischen Pop Art zählt, ist am Montag im Alter von 93 Jahren in New York gestorben. Dies gab eine Sprecherin der Pace-Galerie in New York gegenüber Medien bekannt. Zuletzt habe sich der Künstler in seinem Studio im New Yorker Stadtteil Soho, wo er auch lebte, von einem Sturz erholt, heisst es.

Oldenburg hatte die vor allem auf Drucken und Gemälden stattfindende Pop-Art der 1960er zur Skulptur emporgehoben und Konsumobjekte auf humorvolle Weise in einen neuen Kontext gesetzt. Er arbeitete seit 1976 mit der niederländischen Künstlerin Coosje van Bruggen (1942–2009) zusammen; sie waren seit 1977 verheiratet.

Claes Oldenburg wurde 1929 in Stockholm als Sohn eines schwedischen Diplomaten geboren. Von 1930 bis 1933 wuchs er in New York und in Rye, New York, auf, danach bis 1936 in Oslo, von 1936 bis 1946 in Chicago, wo Oldenburg seinen Abschluss an der Latin School of Chicago machte. Danach studierte er in Yale und versuchte sich als Reporter beim City News Bureau in Chicago, besuchte dann aber das Art Institute of Chicago und illustrierte für Magazine. Nach dem Umzug nach New York 1953, die amerikanische Staatsbürgerschaft in der Tasche, experimentierte er in ersten Schauen mit Pappmache und Gips. In New York machte er auch die Bekanntschaft mit Happening-Künstlern wie Allan Kaprow, Jim Dine, Red Grooms, Lucas Samaras und George Segal, die seine Begeisterung für Collagen und Objekte beeinflussten.

In Kassel haute der mehrfache Documenta-Künstler eine zwölf Meter hohe Spitzhacke in das Fulda-Ufer. In Frankfurt war es eine fast so hohe Krawatte. In Münster Billardkugeln, in Köln eine Eistüte und in Freiburg ein Wasserhahn mit Schlauch.



Claes Oldenburg Spitzhacke, Documenta 7, Kassel, 1982 (© Cherubino/CC BY-SA 4.0)
Claes Oldenburg Spitzhacke, Documenta 7, Kassel, 1982 (© Cherubino/CC BY-SA 4.0)