Peter Kohl: "Der Kopfstand der Gans"

In seinen neuesten Arbeiten setzt sich der Kärntner Künstler Peter Kohl mit der Querverbindung zwischen Kunst und Liebe auseinander. Als transformatives Gestaltungsmodell setzt er dabei motivisch auf die „Gans, die auf dem Kopf steht“. Die mitunter schrägen Ergebnisse dieser malerischen Untersuchungen sind in der aktuellen Ausstellung in der Sylvia Janschek Art Gallery in Bregenz zu beschauen. Nach 2023 widmet ihm die Galerie in der Vorarlberger Landeshauptstadt erneut eine Einzelausstellung.   

Wie Peter Kohl sinngemäss wissen lässt, seien Textfetzen wie „Headstand of the goose“, „queen of my heart“ oder „feathered mouse“ im letzten halben Jahr als Insignien einer lebensverändernden Begegnung zweier Menschen entstanden. Dieses Faktum und das ikonische Pop-Art-Werk „LOVE“ von Robert Indiana, welches das Wort „Love“ in leuchtenden Farben zeigt und zu einem Symbol von Liebe und Frieden geworden ist, hätten ihn dazu bewogen, das Thema Liebe aufzugreifen. Ein Gedicht des Autors Peter Völker, aus dem Gedichtband „Über die Liebe in der Kunst“ beschreibe in einer sehr treffenden Art seine Zugänge zu diesem Thema. Die ersten Zeilen daraus lauten: „Die Kunst und die Liebe wirst du nicht finden, solange du sie suchst. Sie müssen dir begegnen, draußen am Fluss und in deinem tiefsten Inneren.“

Paradigmatisch auch die Bildinschrift der titelgebenden Zeichnung „The headstand of the goose“. Hier heisst es: „Im Handstand steckt das Hoffen auf deine umgedrehte Sicht auf meinen Augenwinkel-Blick. Real und traumverseuchte Tage gehen in das Winternebel Loch. Im Schaum entsteht ein Wortgeflecht der Hoffnung, das am Traumrand wieder endet. Im Schnabel steckt die Vernunft, die mich ständig abhält von dir zu träumen.“

Dass Peter Kohl aufgrund seiner malerischen Vorgehensweise oft als ein Grenzgänger zwischen Comic, Karikatur und Bilderkunst eingeschätzt wird, wird auch anhand der Kopf-stehenden Gänse evident. Seine Lösungen manifestieren sich wie gewohnt in substantiellen und ironisch-humorig angehauchten Mischtechniken auf Leinwand, teils in sehr großen Formaten. Das Thematisierte verarbeitet er auf mehreren Ebenen zu differenziert ausgebildeten Kunstwerken.

Der Künstler lebt und arbeitet im kärntnerischen Ebenthal. Ursprünglich arbeitete Kohl autodidaktisch. 1997 lernte er den Kärntner Künstler Luka Anticevic kennen, der ihn als Student an das Institut für Kunst und Philosophie Kärnten holte. Dort studierte er bis zum Jahre 2000 mit dem Schwerpunkt Porträt und Landschaftsmalerei. Seine druckgrafische Ausbildung (Radierung) absolvierte er bei Hansjürgen Gartner.

Peter Kohl: „The headstand of the goose“
Sylvia Janschek Art Gallery, Bregenz
2.8.-12.9.
Eröffnung: 2.8., 18:00 Uhr         
Di-Sa 14-18       
https://www.janschek.art