Peter Heber – Über das Sterben

In der Einzelausstellung „Über das Sterben“ zeigt das Sprengel Museum Hannover die gleichnamige Zeichenfolge von Peter Heber. Die etwa A3 großen Blätter, die mit Kreide und Pastellfarben ausgeführt wurden, zeigen abstrakt gesetzte Striche und Kreise, deren Bildzentren jeweils ähnlich anmuten: sich verdichtende Linien, die einen Schädel mit geschlossenen Augen formen.

Peter Heber wollte der nicht-sprachlichen Kommunikation mit einer Sterbenden künstlerisch nachspüren, so Kuratorin Karin Orchard. Sie sagt: „Seine Zeichnungen sind eine berührende Reflexion über das Ende des Lebens und zugleich ein bedeutender Beitrag zur zeitgenössischen Zeichenkunst.“

Heber fertigte die Zeichnungen im Juli 1993 an, nachdem er seine Tante mehrfach am Sterbebett im Krankenhaus besucht hatte. Die daraus entstandene Serie dokumentiert den Prozess des Sterbens eines nahestehenden Menschen. In der Ausstellung werden erstmals sämtliche Arbeiten gezeigt, die während dieses Zeichenprozesses entstanden sind. Die Zeichnungen der Serie „Über das Sterben” fügen sich in die Auseinandersetzungen Peter Hebers mit natürlichen Prozessen und künstlerischen Zeichnungstechniken ein.

Peter Heber erläutert: „Es ist der Versuch, einer eher nicht verbalen Kommunikation mit einer Sterbenden zeichnerisch nachzuspüren. Die Erinnerung an das am Totenbett Wahrgenommene und Erlebte habe ich in drei Tagen zeichnerisch umgesetzt. Dieser damalige Anlass führte für mich in meinen Zeichnungen dazu, Zustände im Sterbeprozess vorzustellen. Die im Arbeitsprozess imaginierten und gefundenen Zeichnungen sind so etwas wie meine Gedanken zum Sterbevorgang.“

Peter Heber, 1956 in Süderbrarup, Schleswig-Holstein, geboren, lebt und arbeitet in Hannover.

Peter Heber
Über das Sterben
Bis zum 28. September 2025
Kuratiert von Karin Orchard