Patrizia Casagranda – berühre meine Seele

Die 1979 in Stuttgart geborene und heute in Krefeld lebende und arbeitende deutsch-italienische Künstlerin Patrizia Casagranda zeigt von 31.10. bis 21.12. in der Bregenzer Sylvia Janschek Art Gallery unter dem Titel „Touch my soul“ einen Querschnitt neuer Frauenporträts, die sie in der für sie typischen und von ihr selbst entwickelten „Sculptural Dot Painting“ Technik gemalt hat. Und zwar verwendet sie für die malerische Porträts einen dreidimensionale Punkteraster, wodurch die dargestellten Frauen und Mädchen einen fast skulpturalen Charakter erhalten und dabei Stärke und Würde ausstrahlen.

Casagrande verwendet anstelle klassischer Leinwände recycelte Materialien wie Transportboxen, Kartonagen, Jute-Säcke oder Armeezelte. In einem aufwändigen Prozess mit fünfzehn bis zwanzig Schichten trägt sie Pigmente in Mörtel-Gips-Schichten auf und erschafft reliefartige Oberflächen zwischen Malerei und Skulptur. Der Begriff "Malen“ greift bei Casagranda nicht nur wegen dieser Oberflächentechnik zu kurz. Denn in ihren Arbeiten verschmelzen darüber hinaus Collagetechniken, Typografie, Streetart-Anlehnungen, Rastertechniken und Schablonenkunst mit der Malerei zu vielschichtigen Bildfindungen. 

Voll erkennbar werden die Porträtierten erst aus der Entfernung. Je häher man sich den Bildern nähert, umso mehr rücken die Details der Materialität und der Punktrastertechnik in den Vordergrund.

Anlässlich dieser Ausstellung in Bregenz schuf Casagranda unter anderem auch eine Neuinterpretation von Banksys Balloon Girl: Mädchen fangen den Herzballon auf der ganzen Welt auf, von Asien über Europa bis in Afrika, anstatt ihn davonfliegen zu lassen – ein Friedensgruß und Zeichen der Hoffnung.

Grundsätzlich setzt Casagranda nicht nur bekannte Gesichter wie etwa Kate Moss, Frida Kahlo oder Marilyn Monroe ins Bild, sondern vor allem auch Frauen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten, Konfessionen und Hautfarben.

Die Malerin betont: „Kunst ist für mich da, um Emotionen bei dem Betrachter zu wecken und der Gesellschaft etwas bewusst zu machen. Meine Kunstwerke haben immer eine Botschaft, die als Fragment im Hintergrund steht.“ In der Regel portraitiert sie starke Frauen. „Wenn man Sie betrachtet und die Vibes aufnimmt, kann man sie für sich selbst in den Alltag mitnehmen“, so die Künstlerin.

Patrizia Casagranda schloß 2002 ein Designstudium an der Fachhochschule Niederrhein ab, danach besuchte danach die Malerakademien in Nizza, Stuttgart, Ravensburg und Trier. Seit 2015 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.

Patrizia Casagranda: „Touch my soul)
Sylvia Janschek Art Gallery, Bregenz
31.10.-21.12.
Vernissage: 31.10., 18.00 Uhr
Di-Sa 14-18 u.n.V.