11. November 2020 - 13:42 / Aktuell / Kunstpreise 

Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 40. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Diesjährige Preisträgerin ist die in Wien lebende und arbeitende niederösterreichische Künstlerin Barbara Kapusta.

Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2020 bestehend aus Alfredo Barsuglia (Msgr. Otto Mauer Preisträger 2019), Maria Bussmann (Künstlerin, Kuratorin und Professorin, Universität für angewandte Kunst Wien), Rainer Fuchs (Stellvertretender Direktor und Ausstellungsleiter, mumok museum moderner kunst stiftung ludwig wien) Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Gustav Schörghofer SJ entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Barbara Kapusta zuzuerkennen.

Barbara Kapusta lotet in ihren objekthaften, installativen, textbezogenen und filmischen Arbeiten aktuelle Fragen zum Verhältnis von körperlicher Identität und einer von Technologie dynamisiertengesellschaftlichen Umwelt aus. Körperlichkeit wird dabei als ein durchlässiges und verformbares Medium erkennbar, das durch ökologische Desaster von Fragmentierung und Fremdbestimmung bedroht ist, aber zugleich auch ein widerständiges, selbstbestimmtes Potenzial besitzt, das sich dem Zugriff von außen in einer technohumanen Welt durch eigene Transformationen und Faltungen zu widersetzen vermag. Körperliches gewinnt in ihren Arbeiten zeichenhafte Gestalt und umgekehrt entpuppen sich Sprache, Text und Schrift als sinnliche anthropomorphe Motive, die sich in Räume einschreiben oder in Form eigenständiger literarischer Publikationen existieren. Gegen eine in dualen und polarisierenden Kategorien gefangene und erstarrte Weltsicht entwirft Kapusta damit Szenarien fließender Übergänge voller hybrider Gestalten. Dass und wie sich äußere Einflüsse und ökologische Desaster in unsere Körper einschreiben und unsere Widerständigkeit auf die Probe stellen ist eines der Grundthemen Kapustas Arbeit, die nun gerade – ohne ihr Zutun - eine Art pandemischen Schub erfährt.

In den vergangenen 40 Jahren waren insgesamt rund 100 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.

Barbara Kapusta wurde 1983 in Niederösterreich geboren. 2004 – 2010 Studium der Kunst und Digitale Medien bei Constanze Ruhm an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2006 – 2007 Studium der Skulptur bei Sofía Táboas am Centro National de las Artes in Mexico City. Neben ihrer Tätigkeit als Künstlerin hält Barbara Kapusta immer wieder Workshops und Vorträge und unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Otto Mauer Fonds
Währinger Straße 2–4
A - 1090 Wien

W: http://www.otto-mauer-fonds.at

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Barbara Kapusta, The Leaking Bodies, 2020, 3-Kanal-Videoinstallation, 06:00 min, Sound, Loop, CGI-Animation Foto: Courtesy Gianni Manhattan und Barbara Kapusta
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Barbara Kapusta, Tentacle, 2018, Porzellan, hellblaues Pigment, polierter und gewachster Stahl, Gummi, 37×10×7 cm Hand, 2018 Porzellan, hellblaues Pigment, transparente Glasur, Kupferlüster, polierter und gewachster Stahl, Gummi, 42×12×17 cm, Foto: Simon Veres, Courtesy Gianni Manhattan und Barbara Kapusta
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Barbara Kapusta, Empathic Creatures, 2018, HD Video, 6:44 min, Courtesy Gianni Manhattan und Barbara Kapusta
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Barbara Kapusta, Portrait, Foto: Marie Haefner Courtesy Gianni Manhattan und Barbara Kapusta
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