Online-Werkverzeichnis der Zeichnungen von Gustav Klimt, Florentina Pakosta und Max Weiler

Die Albertina hat den ersten Teil des Online-Werkverzeichnisses sämtlicher Zeichnungen von Gustav Klimt sowie die Zeichnungen und Gemälde von Florentina Pakosta und die Zeichnungen von Max Weiler veröffentlicht. Die Werkverzeichnisse ermöglichen ein rasches Erfassen neuer Erkenntnisse und neu identifizierter Zeichnungen. Durch interaktive Verknüpfungen von Informationen machen sie bislang verborgene Zusammenhänge sichtbar und werden ständig erweitert.

Die digitale Strategie der Albertina zielt darauf ab, den Zugang zur Sammlung nachhaltig zu erweitern. Auf der Website „Sammlung Online” sind derzeit rund 300.000 Werke weltweit verfügbar, die einen niederschwelligen Zugang zum Bestand ermöglichen. Zugänglichkeit bedeutet dabei auch, Kunst jederzeit und ortsunabhängig verfügbar zu machen. Die Website wurde technologisch auf den neuesten Stand gebracht und konsequent benutzerfreundlich weiterentwickelt. Dadurch erreicht die Albertina ein breites, internationales Publikum und schafft die Grundlage für eine noch stärkere Vermittlung und Vernetzung ihrer Inhalte. Forschungsergebnisse und deren Verbindung zu Ausstellungen werden so sichtbarer.

Parallel dazu wurden auch die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen neu ausgerichtet. Aufgaben, die bislang extern umgesetzt wurden, liegen nun in der Verantwortung der neu gegründeten Abteilung „Sammlungs- und Kunstdatensoftware“.

Diese Bündelung interner Kompetenzen schafft nachhaltige Strukturen und erleichtert die künftige Entwicklung und Veröffentlichung weiterer digitaler Werkverzeichnisse. Durch die hauseigene Entwicklung der Plattform ergeben sich zudem neue Möglichkeiten, innovative Zugänge zur Sammlung unmittelbar aus der institutionellen Praxis heraus zu entwickeln und umzusetzen. Erste Ansätze zeigen sich in explorativen Funktionen wie einem Zufallsgenerator, der eine spielerische Annäherung an den Bestand ermöglicht, oder in maßgeschneiderten Präsentationsformen einzelner Projekte. Ein Beispiel hierfür sind die „Historischen Klebebände“, deren digitalisierte Bände virtuell durchblättert werden können.

Im Kontext der digitalen Offensive richtet sich der Blick auch auf die in der Albertina entstehenden digitalen Werkverzeichnisse, die eigene Bestände, aber auch Material anderer privater und institutioneller Sammler für die Forschung erschließen. Neben den bereits erwähnten digitalen Werkverzeichnissen von Klimt, Pakosta und Weiler, die nun an den Start gehen, wird in der Albertina beispielsweise bereits an den Werkverzeichnissen zum druckgraphischen Werk von Arnulf Rainer und Alex Katz gearbeitet.

Der Bestand zu Gustav Klimt in der Albertina wird seit Jahrzehnten systematisch erforscht und bearbeitet. Die Sammlung ist mit Gustav Klimt durch ihren repräsentativen Bestand von rund 200 Zeichnungen und den Besitz eines Gustav-Klimt-Archivs eng verbunden. Es ist ein lang gehegter Wunsch der Forschung, die Zeichnungen von Gustav Klimt an einem Ort leicht zugänglich zu haben.

Das Online-Werkverzeichnis basiert zunächst vor allem auf der kuratorischen Arbeit und Forschung von Alice Strobl. Sie legte den wesentlichen Grundstein für die Klimt-Forschung innerhalb der Albertina und veröffentlichte in den 1980er-Jahren erstmals ein vierbändiges Werkverzeichnis der Zeichnungen im Verlag Galerie Welz GmbH. Auf dieser Basis führte Marian Bisanz-Prakken, die zunächst als enge Mitarbeiterin Strobls an der Erstellung des Werkverzeichnisses und vor allem der chronologischen Verortung der bis dahin größtenteils undatierten Blätter maßgeblich beteiligt war, die wissenschaftliche Erarbeitung des Bestandes durch weitere intensive Recherche-, Ausstellungs- und Publikationstätigkeit fort. In diese Linie reiht sich nun die Erstellung einer digitalisierten Auflage des Werkverzeichnisses der Zeichnungen von Gustav Klimt durch Elisabeth Dutz ein. Diese berücksichtigt alle seither neu aufgefundenen Zeichnungen und den aktuellen Stand der Forschung und wird laufend um Werke und neue Erkenntnisse erweitert.

Die Albertina präsentiert das erste digitale Werkverzeichnis von Florentina Pakosta (geb. 1933). Die Wiener Künstlerin ist mit über 80 Werken in der Sammlung der Albertina vertreten. Künftig wird ihr herausragendes Schaffen auch auf elektronischem Wege einer noch breiteren Öffentlichkeit einfach und niederschwellig zugänglich gemacht. Das neue digitale Werkverzeichnis bietet online einen ersten Überblick über das gesamte künstlerische Schaffen der Künstlerin mit rund 3.000 Zeichnungen, Druckgrafiken und Gemälden aus über 70 Jahren künstlerischer Tätigkeit. Es ist das Ergebnis mehrjähriger Recherchen und wurde wissenschaftlich von Melissa Lumbroso erarbeitet. Es ist nach thematischen Schwerpunkten gegliedert. Zugleich versteht es sich als ein „Work in Progress“, das aktuelle Forschungen und Erweiterungen laufend miteinbezieht. Eine illustrierte Biografie und eine Bibliografie runden das Werkverzeichnis ab.

Max Weiler (1910–2001) zählt mit über 1.600 Gemälden und rund 3.500 Zeichnungen zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern seiner Generation. Die Albertina besitzt selbst etwa 130 Zeichnungen und Druckgrafiken des Künstlers. Durch großzügige Dauerleihgaben kann sie darüber hinaus zentrale Werke wie monumentale Zeichnungen der 1980er-Jahre und das späte malerische Werk präsentieren. Bereits im Jahr 2015 hat die Albertina ihre Forschungsergebnisse zu Weilers Arbeiten auf Papier in einem digitalen Werkverzeichnis veröffentlicht. Dieses umfangreiche, abgeschlossene wissenschaftliche Projekt wird nun auf den neuesten technischen Stand gebracht. Dabei bleiben Struktur und Inhalte erhalten.

Das Online-Werkverzeichnis ist unter folgenden Links abrufbar:
https://digitalepublikationen.albertina.at/
https://gustavklimt.albertina.at/
https://maxweiler.albertina.at/
https://florentinapakosta.albertina.at/