7. Februar 2021 - 12:30 / Aktuell / Kunst 

Vor kurzem hat die Hamburger Kunsthalle das weltweit erste Online-Werkverzeichnis aller Gemälde des Künstlers Max Beckmann unter der Webadresse https://beckmann-gemaelde.org freigeschaltet. Erfaßt sind 843 Gemälde des Künstlers in farbiger Abbildung sowie Daten zu mehr als 5.100 Publikationen, über 1.350 Ausstellungen, rund 2.500 Personen, 1.100 Institutionen und 264 Auktionen sowie 129 Archivmaterialien.

Insgesamt wurden nahezu 10.000 Datensätze mit den Bildern verknüpft. Vielfältige Sortier- und Filterfunktionen bieten einen raschen und zuverlässigen Zugriff auf umfangreiche Rechercheergebnisse. Weltweit zugänglich und kostenfrei nutzbar dient das digitale Verzeichnis der Forschung und bietet auch dem Publikum eine attraktive Plattform. In Auftrag gegeben wurde das von der Kunsthistorikerin Anja Tiedemann erarbeitete Werkverzeichnis von der Kaldewei Kulturstiftung. Es soll gemäss Mitteilung regelmäßig aktualisiert und ständig weiterentwickelt werden. Zu diesem Zweck finanziert die Kaldewei Kulturstiftung der Hamburger Kunsthalle eine Personalstelle und hat bereits weitere Mittel für die Beckmann-Forschung zur Verfügung gestellt.
Ausgehend von dem nun an der Hamburger Kunsthalle angesiedelten Projekt begründet die Kunsthalle zudem das "Beckmann Forum": Im engen, internationalen Austausch mit Museen, Archiven, Universitäten und ausgewählten Experten soll es in den kommenden Jahren ein lebendiges Forschungszentrum für den Künstler darstellen.
 
Noch im Februar soll auch ein auf dem Online-Werkverzeichnis basierender Œuvre-Katalog mit großformatigen Abbildungen in zwei ledergebundenen Bänden plus Supplement erscheinen. Er enthält den Infos zufolge neben ausgewählten Informationen zu den Gemälden auch Auszüge aus den Tagebüchern Max Beckmanns und seiner Frau Mathilde. QR-Codes führen direkt zu dem Online-Katalog.
 
Max Beckmann (1884–1950) gilt international als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum seines vielfältigen Werks stehen die Gemälde aus den Jahren 1899 bis 1950, flankiert von zahlreichen Werken auf Papier und einigen Plastiken. Die Hamburger Kunsthalle ist eines der wichtigsten Kunstmuseen Deutschlands mit einem Schwerpunkt in der Klassischen Moderne und hält mit 21 Ölbildern weltweit den drittgrößten Bestand an Gemälden Beckmanns.



Max Beckmann: Baccarat (Öl auf Leinwand, 1947). Foto: The Nelson-Atkins Musem of Art (Public Domain)
Max Beckmann: Baccarat (Öl auf Leinwand, 1947). Foto: The Nelson-Atkins Musem of Art (Public Domain)
Max Beckmann: Selbstporträt mit Glaskugel (Öl auf Leinwand, 1936). Foto: Sothebys/ Public Domain
Max Beckmann: Selbstporträt mit Glaskugel (Öl auf Leinwand, 1936). Foto: Sothebys/ Public Domain
Max Beckmann in seinem Amsterdamer Atelier 1938 (Foto v. Kunsthalle Hamburg zur Verfügung gestell)
Max Beckmann in seinem Amsterdamer Atelier 1938 (Foto v. Kunsthalle Hamburg zur Verfügung gestell)