Das Ausstellungsjahr im Karikaturmuseum Krems startet mit einer umfassenden Personale von Oliver Schopf. Als langjähriger Karikaturist der Tageszeitung „Der Standard” kommentiert Schopf das politische und gesellschaftliche Geschehen. Die Einzelausstellung präsentiert seine Karikaturen zu Politik, Wirtschaft und Weltgeschehen und wird durch Gerichtszeichnungen, großformatige Aquarelle, Stillleben, Landschaften und Illustrationen ergänzt. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Forum Verfassung werden anhand ausgewählter Karikaturen zentrale Aufgaben des Verfassungsgerichtshofs vermittelt. Das facettenreiche Œuvre des gebürtigen Tirolers regt zum Nachdenken und Schmunzeln an.
Schopf ist ein Künstler, der nicht nur beobachtet, sondern mit seinen Kunstwerken gesellschaftliche und politische Entwicklungen durchdringt. Seit 1988 kommentiert er als Karikaturist der österreichischen Tageszeitung „Der Standard” mit scharfem Strich und klarem Blick das Zeitgeschehen. Als Gerichtszeichner hat er eine eigene Meisterschaft entwickelt und bedeutende Prozesse dokumentiert. Seine Zeichnungen sind präzise, oft humorvoll, aber nie harmlos. Sie erscheinen regelmäßig in renommierten internationalen Medien wie "Die Zeit, der Süddeutschen Zeitung, dem Tages-Anzeiger, dem Nebelspalter, Le Monde, The Guardian, El País, The Japan Times, Courrier International und Cartoon Arts International".
Mit der Einzelausstellung „Oliver Schopf” würdigt das Karikaturmuseum Krems einen Karikaturisten, der mit jedem Strich Haltung zeigt. Rund 200 Werke – klassisch in Tusche oder digital ausgeführt – eröffnen einen umfassenden Einblick in die zeichnerische und thematische Vielfalt des 1960 geborenen Künstlers. Zu sehen sind Karikaturen zur österreichischen Innenpolitik ebenso wie zu internationalen Themen. Besonders sehenswert ist das Porträt der ehemaligen österreichischen Innenministerin Maria Fekter: 2010 im „Standard“ publiziert, gilt es als erste Cover-Illustration einer Tageszeitung, die mit einem Apple-Smartphone gestaltet wurde. Sinnbildlich für einen zeitgenössischen Freiheitsbegriff ist die Zeichnung einer bewaffneten und verkabelten Freiheitsstatue. Eine weitere Karikatur, in der Charles Darwin Gott und Voltaire begegnet, steht exemplarisch für Schopfs prägnante Handschrift und sein tiefes Interesse an Wahrheit, Erkenntnis und kritischer Reflexion. Die ausgestellten Gerichtszeichnungen geben Einblick in prominente Verhandlungen, darunter Prozesse zur BUWOG-Affäre, zur BAWAG-Affäre sowie zu den Fällen Blauensteiner und Udo Proksch. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Forum Verfassung werden anhand ausgewählter Karikaturen zentrale Aufgaben des Verfassungsgerichtshofs vermittelt.
Schopfs charakteristische Pinsel-Farb-Klopftechnik zeigt sich in großformatigen Aquarellen zu den Themen Bauen, Architektur und Umwelt. Stillleben, Landschaftszeichnungen, Studien sowie Illustrationen zu „Don Quijote” in einer neuen Fassung von Walter Wippersberg runden den abwechslungsreichen Ausstellungsbesuch ab.
Oliver Schopf
Nichts als die Wahrheit
21.02.2026 – 31.01.2027