10. Februar 2021 - 18:04 / Aktuell / Musik 

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth wurde auf Vorschlag der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit dem renommierten Wolf Preis für Musik ausgezeichnet. Rektorin Ulrike Sych freut sich, dass die israelische Wolf Foundation die von der mdw eingebrachte Nominierung aufgegriffen hat, und gratuliert der mdw-Alumna: "Olga Neuwirth ist eine der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit, die der Musik neue Wege eröffnet hat. Sie beweist als Künstlerin Haltung und zeigt auch mit den Mitteln ihrer Kunst gesellschaftspolitisches Engagement. Zugleich ist Olga Neuwirth ein starkes Vorbild für Frauen im Bereich der Komposition. Im Namen der mdw gratuliere ich Olga Neuwirth herzlichst zu dieser Auszeichnung und freue mich über diese starke Signalwirkung."

Die israelische Wolf Foundation verleiht den prestigeträchtigen Wolf Prize seit 1978 jährlich an Wissenschaftler_innen und Künstler_innen für deren Errungenschaften im Dienste der Menschheit und der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern. In der Kategorie Musik wird der Preis alle drei Jahre verliehen. Der mit insgesamt 100.000 $ dotierte Wolf Preis für Musik 2021 geht an Olga Neuwirth und den US-amerikanischen Musiker Stevie Wonder, wie der Vorsitzende des Wolf-Komitees Dan Shechtman im Rahmen eines feierlichen Online-Festakts am 9. Februar 2021 in der Residenz des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin verkündete. Die Wolf Foundation würdigt Neuwirths "außergewöhnliche Meisterschaft, ihr künstlerisches Talent und ihre medialen Fähigkeiten. Olga Neuwirth hat die Grenzen ihrer Kunst erweitert und sie zu einem Werkzeug gemacht, das universellen und idealistischen humanistischen Werten dient", so die Begründung der Foundation. Zu den bisherigen Preisträgern zählen u.a. Claudio Abbado, Adam Fischer, Pierre Boulez, György Ligeti und Luciano Berio.

Olga Neuwirth wurde in Graz geboren und studierte Malerei und Film in San Francisco sowie Komposition an der mdw. Seit den 1980er-Jahren nimmt Neuwirth mit ihrer kompromisslosen transmedialen Kunst an der Schnittstelle von Musik, Literatur und Film eine Vorreiterrolle als Komponistin ein. Sie schuf zahlreiche Werke für Orchester, Ensemble, Kammermusik und Film (etwa die Neuvertonung von "Die Stadt ohne Juden", 2017). Zu ihren bedeutenden Arbeiten im Bereich des Musiktheaters zählen "Bählamms Fest" (1997) nach Elfriede Jelinek, "Lost Highway" (2002) und "American Lulu" (2006/2011) sowie die umjubelte Oper „Orlando“ (2019).