1. Februar 2019 - 4:29 / Ausstellung / Sonstige 
22. Februar 2019 19. Mai 2019

Nora Turato (* 1991 in Zagreb, Kroatien) skriptet aus Textfragmenten der Werbung, der sozialen Medien und des Alltags eindringliche Narrative. Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet der in Amsterdam lebenden Künstlerin die erste umfassende Museumsausstellung. Turato legt Sprache als Grundlage ihres Arbeitens fest, um daraus Werke in unterschiedlichen Medien zu materialisieren. Ihre Spoken-Word-Performances sorgten an der Biennale in Venedig (2015) erstmals für grosses Aufsehen und lösten Einladungen international namhafter Kunstinstitutionen aus.

Turatos Auftritte konfrontieren das Publikum mit einer transformierten Wirklichkeit, denn die von ihr verwendete Sprache ist diejenige, die uns ständig umgibt. Über ihr Smartphone beschäftigt sich die Künstlerin täglich mit der online zirkulierenden Texthysterie. In rasanter Geschwindigkeit lösen sich Neuigkeiten ab: in der Werbung, Presse, Literatur, Film, Musik und den sozialen Medien. Sie greift punktuell Inhalte auf und überführt diese in ihr Skript. Sie verarbeitet Bedeutung, Klang und die medienspezifisch eingesetzten Stilmittel. Inhaltlich werden Rollenbilder ebenso verhandelt wie unser Verhältnis zu Konsumgütern, politischen oder kulturellen Sichtweisen. Das ständig weiterwachsende Skript dient als Grundlage für die Performances, aber auch als Pool für Künstlerbücher, Wandtexte, Papierarbeiten, Videos und Audios.

In der Ausstellung, die sich über das gesamte Obergeschoss des Kunstmuseums erstreckt, überlagern sich phonetische, semantische und bildhafte Qualitäten von Sprache. Zum aufgebrachten Bild-Text-Verhältnis kommen die Gesten und Verkörperungen in den Performances hinzu. Die von Turato geschaffenen Räume bestehen aus modularen Elementen, die kunsthistorische Errungenschaften des 20. Jahrhunderts verhandeln und sich zu jeder Performance verändern. Während der Eröffnung sowie über die Ausstellungsdauer verteilt, wird die Künstlerin mit ihren Performances im Kunstmuseum Liechtenstein zu erleben sein.

Nora Turato studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und an der Werkplaats Typografie in Arnheim. Sie war bis Ende 2018 Stipendiantin der Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam. Ihre Performances zeigte sie u.a. im Bielefelder Kunstverein; Museum Serralves, Porto; Manifesta, Palermo; Kunsthalle Wien; Kölnischer Kunstverein; KW Institute for Contemporary Art Berlin; Centre d’Art Contemporain Genève und bei LambdaLambdaLambda, Pristina.

"Nora Turato. explained away" ist die siebte Ausstellung einer Reihe, in der herausragende jüngere Künstlerpositionen vorgestellt werden. In die Präsentation integriert sind Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein.


Nora Turato. explained away
22. Februar bis 19. Mai 2019

Performances (in englischer Sprache):
Do, 21. Februar 2019 (im Rahmen der Vernissage)
Fr, 22. Februar 2019, 14 Uhr
Sa, 23. Februar 2019, 14 Uhr
So, 24. Februar 2019, 11 Uhr
Do, 28. März 2019, 18 Uhr
Fr, 29. März 2019, 14 Uhr
Sa, 30. März 2019, 14 Uhr
So, 31. März 2019, 11 Uhr
Do, 16. Mai 2019, 18 Uhr
Fr, 17. Mai 2019, 14 Uhr
Sa, 18. Mai 2019, 14 Uhr
So, 19. Mai 2019, 11 Uhr

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32
FL - 9490 Vaduz

T: 00423 23503-00
F: 00423 23503-29
E: mail@kunstmuseum.li
W: http://www.kunstmuseum.li/

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Nora Turato: Leaning Is the New Sitting, Performance am Old Operating Theatre, London, 2018. Foto: Manuela Barczewski, courtesy die Künstlerin und LambdaLambdaLambda, Pristina
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Nora Turato: i'm happy to own my implicit biases, Manifesta 12, Palermo, 2018. Foto: Francesco Bellina, courtesy die Künstlerin und LambdaLambdaLambda, Pristina
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Nora Turato: where what happened to people happened in the head #1 (scribbles & gloss), 2018. Foto: Kyle Tryhorn, courtesy die Künstlerin und LambdaLambdaLambda, Pristina
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Ausstellungsplakat, Gestaltung: Sabo Day