20. Juni 2019 - 7:45 / Ausstellung 
27. Juni 2019 1. September 2019

Die deutsche Konzeptkünstlerin Nora Schultz entwirft raumgreifende Installationen und skulpturale Soundarbeiten. Performance und Video zählen ebenso zu ihrer künstlerischen Praxis und ergänzen sich mit den Skulpturen innerhalb der Installationen.

Selbstgebaute, improvisierte Druckmaschinen bildeten oft den Ausgangspunkt für und Kern von skulpturalen und performativen Interventionen. Ihr Interesse galt dabei der Bedeutung maschineller Bildproduktion, ihrer Eigendynamik und der sich demgegenüber ändernden Position der Künstlerin/Autorin. In jüngster Zeit verwendet sie oft unterschiedliche Kameras (GoPro, Videodrohne etc.) als maschinelle, nur bedingt kontrollierbare “Co-Produzenten” in ihrem Prozess. Alltagsgegenstände, Sprache, Aufzeichnungssysteme und kulturelle Verschiebungen spielen in Schultz’ Arbeit ebenso eine Rolle wie die Beobachtung und kritische Involvierung des Ausstellungsraumes und der Künstlerin selbst als Produzentin der Arbeit. In performativen Interaktionen entwickelt sie oft große Installationen, die die Strukturen des Raums mit einbeziehen, ihn komplett vereinnahmen und manchmal über seine Grenzen hinausragen. Gestaltungsprozesse, Handlungen, die ursächlich mit den verwendeten Materialien verbunden sind, und die Setzung von Objekten und Aktionen zueinander verleihen ihren künstlerischen Interventionen eine gewisse Spannung.

Der Vorstand der Secession hat Nora Schultz eingeladen, die Sommerausstellung im Hauptraum zu gestalten. Die Künstlerin wird hierfür eine raumgreifende Installation entwickeln mit einem neuen, eigens hierfür produzierten Werkkomplex. Ihre künstlerischen Anliegen haben auch in einer losen Reihe an Heften und selbst produzierten Druckwerken Ausdruck gefunden und so wird Schultz anlässlich ihrer Einzelausstellung ein Künstlerbuch für die Secession gestalten.

Zuletzt nahm Schultz 2017 an Skulptur.Projekte.Münster mit einer neuen Arbeit teil. Im selben Jahr hat sie eine Performance im Rahmen der Ausstellung Calder im Whitney Museum (New York) konzipiert. 2016–17 entwickelte sie das dreiteilige Ausstellungsprojekt Cent Dent, das im Kunstverein Braunschweig, der Kadist Foundation (Paris) sowie in den Galerien Dépendance (Brüssel) und Isabella Bortolozzi (Berlin) zu sehen war. 2014 entwickelte sie eine Soloausstellung für die Renaissance Society in Chicago und eine Internet-Performance für die Tate (London).

Nora Schultz, geboren 1975 in Frankfurt am Main, studierte an der Städelschule in Frankfurt und am Bard College in New York und lebt derzeit in Boston.

Nora Schultz
27. Juni bis 1. September 2019

Wiener Secession
Friedrichstraße 12
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 5875307-10
W: http://www.secession.at/

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  •  27. Juni 2019 1. September 2019 /
Nora Schultz, Stative auf der Flucht / The Tripod’s escape, Installationsansicht Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, 2013
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