Mit der zweiten Ausgabe von „(Mit)einander” setzt das Fotomuseum Winterthur den Dialog zwischen seiner Sammlung und zeitgenössischen Künstler:innen fort. Die französisch-vietnamesische Fotografin Nhu Xuan Hua tritt dabei in einen Austausch mit Werken aus dem Bestand. Der Titel verweist auf Begegnungen, die ein vielschichtiges Netz von Wechselwirkungen hervorbringen, indem sie Diversität und Differenz verbinden, statt zu trennen.
In ihrer multidisziplinären Praxis befasst sich Nhu Xuan Hua (* 1989) mit der Konstruktion von Erinnerung, dem Gefühl der Entwurzelung und dem Erbe der Diaspora. Ihre erste Publikation „Tropism, Consequences of a Displaced Memory” (Area Books, 2022) basiert auf Familienarchiven. Sie untersucht das Zusammenspiel von Gedächtnis, Zeit sowie digitaler Transformation und fragt, wie Erinnerungen, Emotionen und Traumata sowohl weitergegeben als auch verloren gehen. Durch die Verbindung von narrativer und konzeptueller Bildsprache, die durch Mixed-Media erweitert wird, entstehen surreale, traumhafte Bilder, die die Vorstellungskraft öffnen und dem Vergessen entgegenwirken. Neben ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie als Fotografin für internationale Modehäuser wie Dior, Maison Margiela, Kenzo und Gucci sowie für Magazine wie Vogue, TIME und Dazed Beauty.
Aus der Sammlung des Fotomuseums Winterthur werden Werke von Nobuyoshi Araki, Richard Avedon, Alan Belcher, Balthasar Burkhard, JH Engström, Ralph Gibson, Nan Goldin, Andreas Gursky, Rinko Kawauchi, Duane Michals, Aldo Sessa und Rolf Winnewisser gezeigt.
(Mit)einander – Nhu Xuan Hua und die Sammlung des Fotomuseum Winterthur
bis 11.10.2026