Neueröffnung der MAK-Schausammlung mit einem künstlerischen Konzept von Markus Schinwald

Mit der Neuaufstellung seiner Schausäle zu „Wien 1900” bietet das MAK atmosphärische Erlebnisräume zu diesem Sammlungsbereich, der zu den international bedeutendsten Beständen dieses berühmten Kapitels der Kunstgeschichte zählt.

Der zeitgenössische Künstler Markus Schinwald entwickelte auf Einladung von Generaldirektorin Lilli Hollein und in engem Austausch mit den Sammlungsleiter:innen des MAK ein neues Konzept für die permanente Präsentation dieser prägenden Epoche. Dabei war es seine Intention, neue Anknüpfungspunkte und Brücken zur Gegenwart zu schaffen und die Perspektive auf eine Ära zu erweitern, die bis heute Maßstäbe in Gestaltungsfragen setzt. Dies gelang ihm durch eine an Themen orientierte Narration, konsequente Perspektivenwechsel und präzise künstlerische Eingriffe, die die Exponate isolieren und kontextualisieren. So ist eine Schausammlung entstanden, die den herausragenden Beständen des MAK zur Wiener Moderne eine spektakuläre Bühne gibt und Betrachter:innen immer wieder in Szenerien führt, die ein besonderes und unmittelbares Erleben ermöglichen.

Mit Markus Schinwald setzt das MAK den nächsten Schritt in seiner weltweit beachteten Praxis, mit Künstler:innen an seinen Dauerpräsentationen zusammenzuarbeiten. Schinwald widmete sich in den letzten Jahren den ständig wechselnden Bedingungen von Geschichtsschreibung, Autorenschaft und Erinnerungskultur. Sein Ansatz ist weniger bestimmten Medien verpflichtet als vielmehr spekulativen historiografischen Methoden. Ob in der Malerei, in Bühnenarbeiten oder als Kurator – seine Arbeit zielt auf Erkenntnisbildung ab. Erkenntnis versteht Schinwald als Zusammenspiel von Wissen und Erfahrung.

In der neuen Schausammlung zur Wiener Moderne geben mehr als 700 Objekte einen Querschnitt durch diese Hochblüte der angewandten Kunst, wie ihn nur das MAK bieten kann. Design und Kunstgewerbe der Zeit um 1900 in Wien zählen zu den wesentlichsten Sammlungsbereichen und Kernkompetenzen des MAK. Das 1863 als „k. k. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie” gegründete Museum und die daraus entstandene Kunstgewerbeschule (heute „Universität für angewandte Kunst Wien”), seit 1900 eng mit der Secession verbunden, waren die Orte, an denen die Grundlagen für Reformbewegungen wie die „Wiener Werkstätte” (deren Archiv das MAK besitzt), den „Deutschen und Österreichischen Werkbund” und das „Bauhaus” gelegt wurden. Im Sinne der Leitidee des Gesamtkunstwerks war der Austausch zwischen Architektur, Malerei und angewandter Kunst in Wien intensiv und bildete die Basis für eine neue Ästhetik.

Neuaufstellung
Wien 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk

Eröffnungsvortrag: Daniel Kehlmann über Wien 1900 und Markus Schinwalds Blick darauf, Dienstag, 24.02.2026, 18:30 Uhr