8. August 2010 - 2:23 / Ausstellung / Archiv 
20. April 2010 15. August 2010

Neo Rauch (*1960 in Leipzig) zählt zu den außergewöhnlichsten und am meisten diskutierten internationalen Künstlern unserer Zeit. Sein unverwechselbares Werk führt die Geschichte der gegenständlichen Malerei im 20. Jahrhundert, die mit Beckmann, Bacon und Baselitz zentrale Orientierungsfiguren gefunden hat, in die Gegenwart fort. Die Retrospektive, die gleichzeitig in Leipzig und München gezeigt wird, stellt Rauchs Gesamtœuvre umfassend vor.

Neo Rauchs künstlerische Biographie ist charakteristisch für die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Wie vor ihm Bernhard Heisig, Werner Tübke, Arno Rink und viele andere, war er an dieser Akademie als Student, Assistent und Professor tätig. Sein OEuvre wurzelt in der dort praktizierten Tradition der Fabulierer und Mythenarrangeure bei ausgeprägtem handwerklichem Vermögen. Kaum mehr als zehn Werke verlassen im Jahr das Atelier von Neo Rauch. Das Sammlerinteresse ist dabei in den letzten Jahren stetig gewachsen.

2010 findet nun die erste große Retrospektive des Künstlers statt. Etwa 120 – meist großformatige – Werke aus den Jahren 1993 bis 2010 künden vom Schaffen eines Künstlers, der in seinen höchst eigenwilligen Bildwelten der surrealistischen Tradition eine unerwartete Aktualität und Perspektive gewiesen hat. Waren es nach der politischen Wende und den ungeheuren gesellschafts-politischen Umbrüchen vor allem Szenerien, die vom Umbau der Landschaft kündeten wie von der Demontage einer artifiziell am Leben gehaltenen Wirtschaft, so bevölkerten bald danach Forscher, Künstler und paramilitärisch anmutendes Servicepersonal die Szenerien, wobei deren Aktionsradius nicht leicht zu decodierenden Vorgaben folgt. War das Werk bis Ende der 1990er Jahre an zeichnerischen Komponenten orientiert, so gewinnen danach der malerische Duktus und eine ausgeprägtere farbige Palette die Oberhand.

An Film- oder Propaganda-Malerei erinnern frühere, zumeist großformatige Gemälde, auf denen sich seltsame Vorgänge zu ereignen scheinen. Die Protagonisten hantieren mit schwer identifizierbaren Gerätschaften, konstruieren Räume, vermessen Landschaften. Ausgestellt sind u. a. auch ältere Werke aus Privatbesitz und Übersee, die noch nie in Ausstellungen zu sehen waren, sowie Arbeiten der vergangenen fünf Jahre. Beide Orte der Ausstellung "Neo Rauch - Begleiter" werden unterschiedlich strukturiert sein und jeweils eigene thematische Fragestellungen verfolgen.

Neo Rauch - Begleiter
20. April bis 15. August 2010

Pinakothek der Moderne
Kunstareal, Barer Str. 40
D - 80799 München

T: 0049 (0)89 23805-360
F: 0049 (0)89 23805-125
E: info@pinakothek.de
W: http://www.pinakothek.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Ähnliche Beiträge


Hinter den Gärten Sa, 12.11.2011
Neo Rauch-Ausstellung im Museum Frieder Burda So, 11.09.2011
Die Parallelwelten des Neo Rauch Di, 25.03.2008

  •  20. April 2010 15. August 2010 /
11384-1138401.jpg
Das Blaue, 2006. Öl auf Leinwand, 300 x 400 cm, Privatsammlung. Foto: Uwe Walter; Courtesy Galerie EIGEN + ART, Berlin und David Zwirner, New York. © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
11384-1138402.jpg
Glück, 2006. Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm. Foto: Uwe Walter; Privatsammlung, Germany. Courtesy Galerie EIGEN + ART, Berlin und David Zwirner, New York. © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
11384-1138403.jpg
Die Vorführung, 2006. Öl auf Leinwand, 300 x 420 cm; Rubell Family Collection, Miami. Foto: Uwe Walter, Courtesy Galerie EIGEN + ART, Berlin und David Zwirner, New York. © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
11384-1138404.jpg
Wahl, 1998. 300 x 200 cm, Erworben von PIN., 2003. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne / VG Bild-Kunst, Bonn 2009