Nature Design - Von der Inspiration zur Innovation

Die Natur war schon immer eine Inspirationsquelle für die Gestaltung der menschlichen Umwelt. Doch es ist unübersehbar, dass die Beziehungen zwischen der Natur und den verschiedenen gestalterischen Disziplinen in den letzten Jahren wieder viel intensiver geworden sind. Das "Modell Natur" mit seinen formalen, strukturellen und konstruktiven Gesetzmässigkeiten inspiriert nicht nur Form und Funktion eines Produktes, sondern fliesst auch in Konzepte und Gestaltungsprozesse ein.

Das Museum für Gestaltung Zürich greift mit "Nature Design" dieses Phänomen auf und zeigt mit über 500 Exponaten eine internationale Auswahl von Objekten und Projekten aus Design, Architektur, Landschaftsarchitektur, Kunst, Fotografie und naturwissenschaftlicher Forschung. Aktuelle Positionen sind unter anderem mit Ronan & Erwan Bouroullec, Zaha Hadid, Herzog & de Meuron, Ross Lovegrove, Wieki Somers oder Lars Spuybroek in der Ausstellung vertreten. Die gezeigten Werke der über 150 Künstler und Gestalter bilden die "Natur" nicht einfach ab oder ahmen sie nach, sondern nutzen sie als Ausgangspunkt und Inspirationsreservoir, um innovative Antworten auf das Verhältnis von Mensch und Natur zu geben.

Die Ausstellung umfasst vier Passagen, in denen die theoretischen Grundlagen veranschaulicht werden, und sieben Themenlandschaften, in welchen das ganze Spektrum der Inspiration durch die Natur und der Auseinandersetzung mit ihren Prozessen sichtbar wird. Die erste Passage "Die Entdeckung der Natur" zeigt die Geschichte des Naturbegriffs seit dem 18. Jahrhundert und die künstlerische Umsetzung desselben auf.

Der nächste Schwerpunkt liegt beim Jugendstil, in dem das Vorbild Natur, speziell die Welt der Pflanzen mit der Dynamik ihres Wachstums, wie in kaum einer anderen Kunstrichtung eine bedeutende Rolle spielt. Es folgen die 30er bis 70er Jahre des 20. Jahrhunderts mit ihrem Hang zu organischem Design und technoiden Zukunftsvisionen. Die letzte Passage präsentiert das von unterschiedlichen Naturkonzepten inspirierte Design der Gegenwart. Im Zentrum stehen wegweisende Architekturprojekte, welche die Komplexität der Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gestaltung besonders differenziert sichtbar machen.

Die Passagen stehen im Dialog mit den Themenlandschaften, welche das Meer mit seiner Flora und Fauna, topographische Konzepte, die Formen und Materialien des Waldes und der Pflanzen, anthropomorphe und zoomorphe Ansätze, Geruch und Klima bilden. Die Ausstellungsobjekte sind einerseits als singuläre Exponate erfahrbar, andererseits bilden sie miteinander eine Szenerie, die den Besucher auf eine vielfältige Entdeckungsreise einlädt. Zudem eröffnen speziell entwickelte Installationen für die Halle und den Aussenraum des Museums, beispielsweise von Werner Aisslinger oder Günther Vogt, besondere Perspektiven auf "Nature Design".

Der Zürcher Designer Frédéric Dedelley gestaltet die Ausstellungsarchitektur von "Nature Design". Die Ausstellung ist in zwei ineinandergreifende Erfahrungsbereiche gegliedert. In den theoretisch ausgerichteten Passagen werden die Exponate – wie die Objekte in einem naturhistorischen Museum – in überdimensionierten und dennoch klassischen Tischvitrinen präsentiert. In der Mitte der Halle breiten sich grosse Inseln aus, die an Felsenlandschaften erinnern. Diese künstlichen Felsen dienen der Präsentation von Ausstellungsstücken, welche nach formalen Analogien den verschiedenen Themenlandschaften zugeordnet sind.


Publikation zur Ausstellung: Nature Design. Von Inspiration zu Innovation; Museum für Gestaltung Zürich (Hg.). Mit Essays von Barry Bergdoll, Dario Gamboni, Angeli Sachs und Philip Ursprung. Broschur, 16,5 x 24 cm, 320 Seiten, ca. 350 Abbildungen. ISBN 978-3-03778-100-5 Deutsch, ISBN 978-03778-098-5 Englisch; Lars Müller Publishers, CHF 45. Bestellungen an: verlag@museum-gestaltung.ch oder per Fax: +41 (0)43 446 45 67

Nature Design – Von Inspiration zu Innovation
10. August 07 bis 2. Januar 08, Halle