16. Dezember 2008 - 3:31 / Archiv / Architektur 

Die zwölf Jahre des nationalsozialistischen Regimes – 1933 bis 1945 – haben sich gewaltsam in das Gesicht Europas eingeschrieben. Bei der Rückkehr des Zweiten Weltkrieges an seinen Ausgangspunkt wurde auch die Reichshauptstadt Berlin bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aber auch ohne diese Zerstörungen hätten die Umbaupläne der Nationalsozialisten Berlin völlig aus den Angeln gehoben.

Die Ausstellung "Mythos Germania – Schatten und Spuren der Reichshauptstadt" wirft einen geschärften Blick auf den historischen Ort des Spreebogens und der ehemaligen Ministergärten. Das Spektrum reicht vom Einsturzunglück beim Bau der Nord-Süd-S-Bahn über die Planung der "Großen Halle" bis zur Aufschüttung des Teufelsbergs beim Wiederaufbau Berlins.

Im Spannungsfeld zwischen dem "Mahnmal für die ermordeten Juden Europas" und der "Topographie des Terrors" werden mit dieser Dokumentation ausgewählter Bauvorhaben und des nationalsozialistischen Organisationsapparates bautechnische, soziale und politische Hintergründe zusammengeführt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den verheerenden Konsequenzen, insbesondere die der "Entsiedelungspläne" für die Berliner Juden.

Die vom Berliner Unterwelten e.V. über Jahre zu diesem Thema zusammengetragenen Erkenntnisse werden im Rahmen der Ausstellung durch jüngste Forschungsergebnisse ergänzt. Umfangreiches Bildmaterial, Baupläne, ein Architektur-Modell der "Großen Halle" und das Filmmodell der Nord-Süd-Achse (aus dem Kinofilm "Der Untergang") flankieren die Inhalte. Ein vertiefendes Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung.


Mythos Germania
Schatten und Spuren der Reichshauptstadt
15. März bis 31. Dezember 2008

Pavillon Gertrud-Kolmar-Straße 14
Berlin-Mitte, Nähe Potsdamer Platz

Öffnungszeiten:
täglich 11 – 19 Uhr



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Modellfoto der Germaniaplanungen