More than Human – Design mit der Natur

Die Ausstellung „More than Human – Design mit der Natur” präsentiert erstmals in der Schweiz die internationale Bewegung des „Mehr-als-menschlichen Designs”. 30 Projekte aus den Bereichen Design, Kunst und Architektur zeigen, wie Gestaltung nicht länger allein den Menschen, sondern auch die Bedürfnisse von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen in den Mittelpunkt stellt.

Die erste große Ausstellung über diese wachsende Bewegung präsentiert eine neue Generation internationaler Designer:innen, deren Praxis auf der Überzeugung beruht, dass menschliche Aktivitäten nur im Einklang mit anderen Spezies und Systemen gedeihen können. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Future Observatory, dem nationalen Forschungsprogramm des Design Museums für den grünen Wandel. Sie gliedert sich in drei Kapitel: „Being Landscape”, „Making with the World” und „Shifting Perspective”. „More than Human” thematisiert unsere Beziehung zur Natur, zeigt praktische und spekulative Lösungen für das Zusammenleben aller Spezies und lädt dazu ein, die Welt aus der Sicht anderer Lebewesen zu betrachten. Angesichts der Klimakrise fordert die Ausstellung ein radikales Umdenken: Design soll nicht nur dem Menschen dienen, sondern das Gedeihen aller Lebensformen ermöglichen.

„Being Landscape”
Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Menschen Teil der Natur sind und nicht von ihr getrennt existieren. Werke wie das monumentale Wandbild des Kollektivs MOTH thematisieren die wachsende Bewegung, Flüssen und Landschaften juristische Rechte zu verleihen. Die Gemälde von Solange Pessoa reflektieren indigene Weltanschauungen. Fotografien europäischer Rituale wie die „Rumiti” in Süditalien sowie Masken von Jonathan Baldock verdeutlichen, wie kulturelle Praktiken unsere Beziehung zur Natur prägen.

Making with the World
Im Mittelpunkt von „Making with the World” stehen Designlösungen, die nicht nur Menschen, sondern ganze Ökosysteme berücksichtigen. Zeitgenössische Projekte zeigen, wie Gestaltung zur Regeneration und zum Erhalt natürlicher Lebensräume beitragen kann. So fördern die „Living Seawalls” des „Reef Design Lab” mit künstlichen Riffstrukturen die Wiederbelebung mariner Lebensräume. Johanna Seelemann verbindet in ihrem Oase-Projekt historische Bewässerungstechniken mit zeitgenössischem Design für Stadtbäume. Feifei Zhou untersucht Fischereipraktiken in Timor, Indonesien, identifiziert nachhaltige Methoden entlang der Küsten und zeigt, dass traditionelle Techniken ökologisch verantwortungsvoller sind als moderne Verfahren.

„Shifting Perspective”
„Shifting Perspective” lädt dazu ein, die Welt aus der Sicht nicht-menschlicher Lebewesen zu betrachten. Nester von Vögeln, Ameisen und Wespen veranschaulichen die komplexen Bedürfnisse und Fähigkeiten tierischer Spezies. Alexandra Daisy Ginsbergs monumentale Tapisserie „Pollinator Pathmaker” zeigt einen Garten aus der Perspektive einer Bestäuberin. Julia Lohmanns Installation „Kelp Council” inszeniert Algenformen wie in einer Versammlung, die über den Zustand der Meere berät. Historische Projekte wie „Dolphin Embassy” von Ant Farm erinnern daran, wie lange die Idee einer Kommunikation mit anderen Spezies schon existiert.

More than Human – Design mit der Natur
Ab dem 30. Januar 2026