In einer von Bildern überfluteten Gegenwart wirkt vieles flüchtig. Die bildende Kunst hingegen schafft Momente der Ruhe, hält Augenblicke fest und lässt Gedanken, Gefühle und zeitlose Themen entstehen. Die Ausstellung „Momentum“ im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels vereint Arbeiten von fünf Künstler:innen aus Italien und Österreich, die sich auf vielfältige Weise mit Zeitlichkeit und menschlicher Existenz auseinandersetzen.
Flavia Bigi erforscht das Ich, die Zeit und den Raum in gravierten Alabasterkugeln, in Zeichnungen und performativen Fotografien. Sissa Micheli friert Augenblicke, die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind, fotografisch ein und spielt mit Präsenz, Absenz und Stofflichkeit. Francesca Romana Pinzari verwandelt botanische Überreste in kristalline Objekte und formt zarte Haar-Körper, die wirken, als kämen sie aus einer anderen Zeit. Thomas Riess verbindet Figuratives und Abstraktes zu traumartigen Bildern, die Wahrnehmung und Identität hinterfragen. Peter Senoner erschafft in Skulpturen und Malereien rätselhafte Wesen, die Mensch, Maschine und Avatar in sich vereinen.
In ihrer Vielfalt offenbaren die Werke, wie Kunst das Flüchtige, Wandelbare und Zeitlose formt und sinnlich erfahrbar macht.
Flavia Bigi, 1965 in Siena (Italien) geboren, lebt und arbeitet in Rom und Straßburg. Sie setzt sich mit verschiedenen Medien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video, Installation und Skulptur auseinander. Bigi graviert Steinkugeln, erschafft archaische Graffitis und gestaltet performative Fotoserien.
Sissa Micheli, 1975 in Bruneck (Italien) geboren, lebt und arbeitet in Wien. Ihr Schaffen umfasst vor allem Fotografie, Video, Installation und performative Ansätze. In ihren Werken verbindet Micheli oft inszenierte Fotografie mit räumlichen Setzungen und experimentellen Medien, um gesellschaftliche und persönliche Themen zu reflektieren.
Francesca Romana Pinzari, 1976 in Perth (Australien) geboren, lebt und arbeitet in Rom. Ihr Werk umfasst Video, Performance, Skulptur, Installation und Malerei. Dabei verbindet sie performative Ansätze mit skulpturalen und installativen Arbeiten und bezieht oft natürliche Materialien wie Pferdehaar, Pflanzenreste oder künstlich hergestellte Kristalle mit ein.
Thomas Riess, 1970 in Tirol geboren, lebt und arbeitet in Wien und Innsbruck. Er nutzt verschiedene künstlerische Medien, vor allem Malerei, Zeichnung, Installation und Medienkunst. Seine Praxis bewegt sich häufig zwischen figürlicher Darstellung und abstrakten, experimentellen Ansätzen.
Peter Senoner, 1970 in Bozen geboren, lebt und arbeitet in Lajen (Südtirol). Seine künstlerischen Schwerpunkte sind Bildhauerei, Zeichnung, Malerei und Kunst im öffentlichen Raum. Seine androgynen Wesen erforschen den Übergang vom Imaginären zum Virtuellen, vom Menschlichen zum Maschinellen.
„Momentum – Über die Kunst, die Zeit anzuhalten”
Flavia Bigi, Sissa Micheli, Francesca Romana Pinzari, Thomas Riess & Peter Senoner
18. Oktober 2025 bis 12. April 2026
Kurator: Günther Oberhollenzer