14. September 2008 - 2:55 / Ausstellung / Archiv 
3. Juli 2008 20. September 2008

Wie beurteilen Sammler Kunstwerke? Welche Kriterien für Qualität sind für sie relevant? Wie präsentieren Sammler Kunst? Markus Michalke, Sammler amerikanischer Zeichnungen, hat aus den Beständen von Häusler Contemporary rund 40 Arbeiten von 13 Künstlern ausgewählt, die vom 3. Juli bis zum 20. September 08 in der Galerie präsentiert werden. Einige der Künstler waren bis vor kurzem in Vergessenheit geraten und erleben nun, mit der Wiederentdeckung der 1960er-Jahre-Konzeptkunst, erneut Beachtung.

Bill Bollinger (1939 - 1988) begann seine künstlerische Laufbahn als Maler und wandte sich in den 1960er Jahren der Skulptur zu, bzw. arbeitete bewusst im Grenzbereich zwischen den Gattungen. Seine Skulpturen entstehen aus industriell hergestellten Materialien, wie Glühbirnen, Maschendraht oder Aluminiumprofilen, wie z.B. das "Channel Piece for Corner". In den ausgewählten Zeichnungen beschäftigt sich Bill Bollinger vor allem mit der horizontalen und vertikalen Linie als Maß des Raumes.

Häusler Contemporary begleitet das Schaffen Hamish Fultons (geboren 1946) bereits seit ca. 10 Jahren. Sein zentraler Themenkreis ist die Natur und das Erleben der Natur durch den Menschen. Es begann 1967 mit einem provozierenden Group Walk zwischen der Londoner Greek Street und dem nahe gelegenen Hauptportal des St. Martin"s College of Art. Eine junge Generation britischer Künstler, darunter Gilbert & George, Richard Long und William Tucker, war eben dabei, dem Kunstbegriff Freiheiten zu verschaffen. Seit dieser Zeit unternimmt er auf allen fünf Kontinenten ausgedehnte Wanderungen zu Fuß. Die daraus resultierenden Erfahrungen, Aufzeichnungen und Fotografien bilden die Grundlage seiner Werke. In der Ausstellung werden zwei Foto-Text Arbeiten, die in Köln entstanden sind, zu sehen sein.

Barry Le Va (geboren 1941) gilt als eine der radikalsten Positionen seiner Zeit. Le Vas Werk steht synonym für das Bestreben der 1960er-Jahre-Konzeptkunst, den künstlerischen Prozess näher an den Betrachter zu rücken. Ihn gilt es hier, jetzt und direkt zu attackieren. Auch seine grafischen Arbeiten widmen sich diesem Thema: "Alle meine Zeichnungen sind Gedanken über Bildhauerei". In der Ausstellung wird u.a. eine Konstruktionszeichnung sowie die skulpturale Ausführung der Arbeit "Center Shatter-or-Shatterscatter" von 1968- 71 zu sehen sein. Diese Arbeit gehört zu einer Serie von Handlungsfolgen eines Schichtungsmuster, bei der Glasscheiben fallen gelassen werden, die in nicht vorhersehbarer Weise zerspringen und sich auf dem Boden ausbreiten.

Michael Heizer (geboren 1944), ein wichtiger Vertreter der Land Art, arbeitet seit 1967 an gewaltigen "earth-works". Er begründet eine neue Raumauffassung durch die Definition der Form durch ihr Negatives, konkret bedeutet dies die Veränderung der Erdoberfläche durch Grabungen. "Mass can be a vacuum, if it is pervaded by a universe." (Michael Heizer, 1968). Seine Zeichnungen stehen stets mit Skulpturenprojekten in Verbindung, sind aber als eigenständige Werke zu betrachten. In der Ausstellung wird eine Collagearbeit mit Spielkarten aus dem Jahr 1969 zu sehen sein.

In der Ausstellung sind vertreten: Bill Bollinger, Dan Christensen, John Duff, Hamish Fulton, Robert Grosvenor, Michael Heizer, Harriet Korman, Gary Kuehn, Barry Le Va, Richard Allen Morris, Rolf Rose, Richard Serra und Lewis Stein.


Loveparade 2 - Collector’s Choice
3. Juli bis 20. September 2008

Häusler Contemporary (D)
Maximilianstraße 35
D - 80539 München

T: 0049 (0)89 210 98 03
F: 0049 (0)89 210 98 055
E: info@haeusler-contemporary.com
W: http://www.haeusler-contemporary.com/

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Bill Bollinger: Ohne Titel
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Harriet Korman: Ohne Titel, 1970. Roter Bundstift, schwarze Tinte, Acryl auf karton, 22.5 x 30.5 cm. Courtesy Häusler Contemporary
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Gary Kuehn: Proof, 1970. Lithographie, 56.5 x 76.3 cm. Courtesy Häusler Contemporary