In Memoriam Erich Smodics (1941–2026)

Der Zeichner, Maler und Bildhauer Erich Smodics ist am 8. August nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren in seiner Heimatstadt Bregenz verstorben. Mit ihm verliert die Kulturszene eine markante und unnachgiebige Künstlerpersönlichkeit, die das Kunstgeschehen weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus mitgeprägt hat. Geboren am 4. Februar 1941 in Bregenz, fand Smodics nach einer Ausbildung zum Formstecher früh seinen eigenen Weg in die freie Kunst. 1964 gründete er gemeinsam mit Helmut Fetz, Rudolf Zündel und Siegfried Kresser den "Bregenzer Kreis", der sich an der Wiener Schule des Phantastischen Realismus orientierte. Doch Smodics entwickelte schnell eine unverkennbare, ganz eigene Handschrift.

Im Zentrum seines Schaffens stand zeitlebens der Mensch – genauer gesagt, der menschliche Körper in all seiner Verletzlichkeit, Widersprüchlichkeit und Formbarkeit. Wie ein "Körperingenieur“ prüfte er Proportionen, zerlegte Bewegungen und verfremdete Formen, um das Wesen hinter der äußeren Hülle sichtbar zu machen. Seine unverkennbaren Körperstudien, oft in schweren Brauntönen und zumeist sitzend, liegend oder stützend, ausgeführt mit Grafit, Rötelkreide oder als Radierung, zeugen von einer kompromisslosen Hingabe an das Modell und das Handwerk des Zeichnens. Für Smodics war das Zeichnen immer auch ein philosophischer Akt: "Man übt die Denkweise, nicht nur die Hand“, lautete sein Credo. 

Er gehörte zum Bregenzer Stadtbild wie der Bodensee: Wer Smodics kannte, weiß, dass man ihm jenseits seines Ateliers kaum begegnen konnte, ohne sofort in eine leidenschaftliche Diskussion über Kunst verwickelt zu werden. Er suchte den Dialog, hinterfragte, beobachtete und widersprach – immer mit einer tiefen Neugier und einem wachen Blick auf die Welt.

Seine Arbeiten fanden internationale Anerkennung und wurden auf bedeutenden Messen von Basel bis New York präsentiert. Heute sind seine Werke in renommierten Institutionen wie der Albertina in Wien, dem Lentos Kunstmuseum in Linz und dem Vorarlberg Museum vertreten.