14. Februar 2008 - 1:27 / Ausstellung / Archiv 
8. Dezember 2007 17. Februar 2008

Erstmals wird im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt vom 8. Dezember 07 bis 17. Februar 08 mit der Präsentation von führenden Architekten und Architekturbüros aus Südkorea ein Einblick in die architektonischen Strömungen und Fragestellungen des boomenden asiatischen Landes gegeben. Jedes der über fünfzehn teilnehmenden Büros zeigt Projekte aus den letzten zehn Jahren.

Die Spannbreite der Bauaufgaben reicht dabei von Einfamilienhäusern in der traditionellen Holzbauweise über Wohnanlagen, Bürohochhäuser, Shoppingcenter, Kultur- und Bildungseinrichtungen und Kirchen. Aber auch die Umstrukturierung von Cholam, einer einst 30.000 Einwohner zählenden Stadt in der Nähe der größten Kohlemine des Landes zu einer Kleinstadt für nur noch 4.000 überwiegend ältere Menschen.

Die Megacity Seoul aber rückt unweigerlich in den Mittelpunkt der Ausstellung. Fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung Südkoreas lebt im Großraum von Seoul, 10 Millionen im Stadtzentrum. Auf der Metropole lastet seit Jahren ein besonderer Druck: Die Stadt mit der zweitgrößten Bevölkerungsdichte unter den globalen Megacities hat die zweit niedrigste Dichte in der Bebauung. Eine vertikale Verdichtung ist unausweichlich und verdrängt in atemberaubenden Tempo die kleinteiligen Strukturen der Stadt. Südlich des Hangang-Flusses, dort wo sich vor 20 Jahren noch Reisfelder erstreckten, wachsen die Bürotürme internationaler Firmen in den Himmel und entstehen riesige Wohnkomplexe für eine im tiefen Wandel begriffene Gesellschaft.

Die Wolkenkratzer-Entwürfe von Cho Minsuk/Mass Studies, eine Mischung aus Hightech und Natur für den neuen städtischen Nomaden, finden mittlerweile auch weltweit wachsende Beachtung. Wie andere weniger bekannte Bauten und Planungen koreanischer Architekten beeindrucken sie durch ihre innovativen, experimentellen, ökologischen, oftmals auch hybriden Lösungen. Wie kleine Nadelstiche beeinflussen diese Bauten ihre oft belanglose Umgebung. So spannt sich ein feines architektonisches Netz über die schnell wuchernde Stadt: Megacity Network.

Die Ausstellung ist aus einer engen Kooperation mit dem Korea Architects Instiute (KAI) in Seoul hervorgegangen. Ein Katalog in deutscher und englischer Sprache wird im Jovis Verlag, Berlin erscheinen.


Megacity Network
8. Dezember 07 bis 17. Februar 08

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
D - 60596 Frankfurt am Main

T: 0049 (0)69 212-38844
F: 0049 (0)69 212-37721
E: info.dam@stadt-frankfurt.de
W: http://www.dam-online.de/

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Seoul, Matrix Building (Boutique Monaco). Architekt: Cho Minsuk Cho / Mass Studies, 2005. © Rendering Mass Studies, Seoul
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Seoul, Mumuheon, Privathaus. Architekt: Hwang Doo Jin, 2005. © Hwang Doo Jin
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Seoul, Dukwon-Gallery, Geschäfts- und Galeriegebäude. Architekt: Kwon Moon Sung, 2000. © Moon Jung Sik
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Seoul, Gahoeheon, Restaurant- und Geschäftsgebäude. Architekt: Hwang Doo Jin, 2005-2006. © Park Yeong Chea