16. November 2021 - 9:43 / Ausstellung / Grafik / Malerei / Skulptur 
20. November 2021 20. Februar 2022

Max Ernst (1891–1976) gehört zu den großen Formverwandlern und geistigen Erneuerern in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Zeitlebens war sein Werk von intellektueller Neugier, Experimentierfreude und Erfindungsreichtum geprägt.

Die Werkschau im Kunstmuseum Ravensburg schlägt mit über 50 Arbeiten einen Bogen von den Anfängen im Rheinischen Expressionismus bis zum fulminanten grafischen Spätwerk, gibt Einblick in Max Ernsts skulpturales Schaffen und lädt ein, in die traumwandlerischen Zwischenwelten seiner Malerei einzutauchen.

Als früher Protagonist des Dadaismus, Pionier des Surrealismus und fortwährender Erfinder neuer künstlerischer Techniken schuf er ein einzigartiges Œuvre, das sich jeder klaren stilistischen Definition entzieht. Seine Bildwelten sind Schöpfungen einer grenzenlos scheinenden, dabei sehr präzisen Fantasie, die er durch die Erkundung experimenteller Techniken stimulierte. In einer wohlkalkulierten Balance von Zufall und Steuerung dienten neue bzw. erweiterte Techniken wie die Collage, Frottage (Durchreibeverfahren), Grattage (Abkratzverfahren) oder Décalcomanie (Abklatschtechnik) der Erkundung des Unbewussten, des Visionären und Fantastischen.

Nicht nur anhand von Blättern der berühmten Frottagen mit dem Titel "Historie naturelle" vermittelt die Ausstellung einen Eindruck von Max Ernsts Experimentierlust und visionärem Ausdruckswillen, sondern ebenso durch intime Gemälde, Aquarelle, Collagen, Grafiken und einige plastische Arbeiten.

Die Ausstellung – mit Schwerpunkt bei den 1920er- und 1950er-Jahren – speist sich primär aus Werken des Kunstmuseums Bonn, an erster Stelle aus der Sammlung Wilfried und Gisela Fitting des Kunstmuseums, die Prof. Dr. med. Fitting und seine Frau seit den 1960er-Jahren zu einem repräsentativen Querschnitt zusammengetragen haben.

Max Ernst. Zwischenwelten
20. November 2021 bis 20. Februar 2022

Kunstmuseum Ravensburg
Burgstrasse 9
D - 88212 Ravensburg

W: http://www.kunstmuseum-ravensburg.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  20. November 2021 20. Februar 2022 /
Max Ernst, Quelques fleurs, 1927, Öl auf Leinwand, 22,3 x 27,5 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: David Ertl
Max Ernst, Quelques fleurs, 1927, Öl auf Leinwand, 22,3 x 27,5 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: David Ertl
Max Ernst, Projet pour un monument aux oiseaux / Les oiseaux sans monument, 1927, Öl auf Leinwand, 90,7 x 73 x 2,3 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: David Ertl
Max Ernst, Projet pour un monument aux oiseaux / Les oiseaux sans monument, 1927, Öl auf Leinwand, 90,7 x 73 x 2,3 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: David Ertl
Max Ernst, L'Évadé, 1925, (Blatt 30 der Histoire naturelle II), Frottage, Bleistift auf Papier, 32,3 × 49,8 cm, Kunstmuseum Bonn, Sammlung Hans Bolliger © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Max Ernst, L'Évadé, 1925, (Blatt 30 der Histoire naturelle II), Frottage, Bleistift auf Papier, 32,3 × 49,8 cm, Kunstmuseum Bonn, Sammlung Hans Bolliger © VG Bild-Kunst, Bonn 2021