1. Dezember 2021 - 20:51 / Aktuell / Kunstpreise 

Die 81-jährige österreichische Konzept-Künstlerin Valie Export erhält den mit 50.000 Euro dotierten Max-Beckmann-Preis 2022 der Stadt Frankfurt. Dies hat ein Kuratorium unter Vorsitz der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig entschieden. Valie Export gelte heute "als Ikone feministischer Kunst und hat Generationen von Nachfolgerinnen geprägt", so Hartwig. Die Verleihung soll anlässlich des Geburtstags von Max Beckmann am 12. Februar 2022 erfolgen.

"Ihr Werk beruht auf genauer Beobachtung und Analyse von gesellschaftlichen, medialen und geschlechtsspezifischen Konstruktionen und hat bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt", führte Hartwig in einer Presseinformation der Stadt Frankfurt aus. In der Begründung der Jury heißt es: "Sie ist eine Pionierin der Medien- und Aktionskunst, des experimentellen Films und eines künstlerischen Feminismus, der seit den 1960er Jahren die vorherrschende Wahrnehmung des weiblichen Körpers in einer patriarchalischen Gesellschaft radikal dekonstruiert hat."

1940 in Linz als Waltraud Lehner geboren, wuchs Valie Export in einem Lehrerhaushalt auf. Nach Besuch der Kunstgewerbeschule in Linz zog sie 1960 nach Wien, studierte Textildesign, fand Anschluss an die Künstlerkreise rund um die Wiener Gruppe, Art Club und „Strohkoffer“ und erfand 1966 ihren Namen als künstlerisches Konzept in Versalien.

Im Umfeld des Wiener Aktionismus, dessen Frauenbild sie jedoch ablehnte, sorgte sie mit Körperaktionen und Expanded Cinema-Aktionen wie ihrem um die Brust geschnallten „Tapp- und Tastkino“ (1968) oder der im Schritt offenen „Aktionshose: Genitalpanik“ auch für Schlagzeilen.

Mit dem alle drei Jahre vergebenen Max-Beckmannn-Preis ehrt die Stadt Frankfurt hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur.