21. April 2009 - 3:59 / Ausstellung / Archiv 
6. Februar 2009 26. April 2009

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet Matti Braun (*1968) vom 6. Februar bis 26. April 09 die erste umfassendere Museumsausstellung. Sie gibt Einblicke in die Entwicklung seines bisherigen Werkes, in die Spanne seiner vielseitigen Erkundungsfelder und werkspezifischen Formensprache und sie wird Neues und Ungekanntes vorstellen.

Matti Brauns Arbeiten lassen den Betrachter in atmosphärische Räume eintauchen, die sich durch eine äusserst klare und präzise Ästhetik auszeichnen. Seine poetischen Rauminstallationen strahlen zum einen eine tiefe Stille aus, doch zum anderen sind sie äusserst anregend. Jedes Objekt, jedes eingesetzte Material weist weit spürbar über sich hinaus, ergreift die Aufmerksamkeit des Besuchers und flicht diesen in ein Feld ein, welches reich an assoziativen Vorstellungsräumen ist. Dieses Feld kommt in dieser Ausstellung verstärkt zum Tragen, da im Nebeneinander der Arbeiten von Raum zu Raum sich ihre Ausstrahlung zu einem eigenwillig verbundenen Kosmos zusammenfügt.

So tauchen gewiss auch ungewöhnliche Fragen auf, denn es bleibt teils rätselhaft, welcher musealen Präsentationsform diese Werke entstammen: Könnte es vielleicht ein prähistorisches oder etwa ein ethnologisches Museum sein? In welchem Kulturraum haben die Werke ihren Ursprung? Die Beschäftigung mit den präzis-minimalen und subtilen Werken weckt die Neugier und das Interesse, mehr zu erfahren und mit jedem Objekt, welches in diesem Assoziationsgeflecht näher betrachtet wird, weitet sich das Bezugsfeld, in dem der Besucher wesentlicher Teil ist.

Dies ist bereits durch die Vorgehensweise von Matti Braun angelegt: In Recherchen geht er historischen, kulturellen, geografischen oder biografischen Zusammenhängen nach - beispielsweise Léopold Sedar Senghor (1906-2001, senegalesischer Lyriker und erster gewählter Präsident des Senegal), Satyajit Ray (1921-1992, indischer Filmregisseur), Rabindranath Tagore (1861-1941, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Musiker und Pädagoge, der 1913 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde) oder dem Ort Urfa (eine Stadt in Nordmesopotamien nahe des Euphrats, in welcher laut islamischer Tradition Abraham geboren wurde).

In Matti Brauns Werk fügen sich Fakten, Erinnerungen, Bilder und Formen zu einem komplexen Netz, welches die Werke in durchlässiger Weise umspannt. Matti Brauns besonderes Interesse gilt Wegen von kulturellen Zusammenhängen: In seinen Annäherungen verflechten sich auf diese Art und Weise heterogene historische und persönliche Wahrheiten, öffnen und verschieben sich Standpunkte, fliessen innere und äussere Wirklichkeiten ineinander.

Erstmalig gibt diese Ausstellung Einblick in die Entwicklung seines bisherigen Schaffens und führt in die Spanne seiner vielseitigen Erkundungsfelder ein. Gezeigt werden Arbeiten aus allen Werkgruppen des Künstlers, diese reichen von kleineren Objekten, die teils wie volkskundliche oder ethnologische Stücke anmuten, bis hin zu raumgreifenden Installationen wie zum Beispiel "S.R.", "V.S.", "Ghor" oder "Lota". Zudem werden Werke der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein konzeptuell in die Ausstellung einbezogen.


Matti Braun. Kola
6. Februar bis 26. April 09

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32
FL - 9490 Vaduz

T: 00423 23503-00
F: 00423 23503-29
E: mail@kunstmuseum.li
W: http://www.kunstmuseum.li/

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Matti Braun; Kola, 2008
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Matti Braun; Atol. Kunstmuseum Liechtenstein, 2009
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Matti Braun; Özurfa. Kunstmuseum Liechtenstein, 2009
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Matti Braun; Özurfa. Kunstmuseum Liechtenstein, 2009
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Mati Braun; S.R.. Kunstmuseum Liechtenstein, 2009