Markus Weggenmann – „Pure Gegenwart“

Nach 30 Jahren kehrt der aus Singen stammende und in Zürich sowie Lumnezia (Graubünden) arbeitende Maler Markus Weggenmann mit der Ausstellung Pure Gegenwart an das Kunstmuseum Singen zurück.

Die Schau versammelt Serien und Werkgruppen der letzten zehn Jahre und macht durch die Präsentation auch älterer Arbeiten die Entwicklung von Weggenmanns Malerei seit 1993 nachvollziehbar. Ergänzend schaffen gegenübergestellte Werke anderer Künstler:innen aus der Sammlung des Kunstmuseums Singen einen weiteren Kontext.

Als „Quereinsteiger“ arbeitete Markus Weggenmann zunächst parallel in therapeutischen Berufen, ab 1989 dann ausschließlich und professionell als Künstler. Von Beginn an verschrieb er sich dem essenziellen Ausdrucksmittel der Malerei, der Farbe bzw. den Pigmenten, deren Erscheinung und Wirkung.

International bekannt wurde Weggenmann in den 1990er Jahren mit vibrierenden Streifenbildern, die er – bedacht auf ihre dynamische Raumwirkung – wandfüllend präsentierte, so auch 1995/96 im Kunstmuseum Singen in einer seiner ersten Einzelausstellungen. Mit diesen Arbeiten schrieb er sich in die Farbmalerei des „radical painting” ein.

Das minimalistische Formenrepertoire hat Weggenmann längst hinter sich gelassen. Geblieben sind monochrom gemalte Flächen und satte, hochpigmentierte Farbe, die nur mit dem Nötigsten an Leim gebunden ist – sowie der Anspruch an eine sich räumlich entfaltende, performative Wirkung des Bildes: Weggenmann versteht Farbflächen immer auch als Farbräume mit dreidimensionaler Wirkung. „Eine Arbeit, wie ich sie mir vorstelle“, forderte Weggenmann bereits vor 30 Jahren, „muss Platz schaffen zum Atmen“.

Heute experimentiert Weggenmann mit organisch-amorphen Formen, die zunehmend ins Gegenständliche kippen. In dieser Ausstellung ringen explosionsartige Blumensilhouetten, Landschaftsfragmente und skulpturale Anklänge um ihre Präsenz im Bild. Grundlegend bleibt aber die Farbe. Sie macht seine Bilder zu einem im mehrfachen Wortsinn „hochreaktiven Stoff“, zu einem heftigen Ereignis in der Betrachtung. Mit diesem Ansatz behauptet der Maler seine ganz eigene Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei. „Diese Bilder”, so Christoph Bauer bereits 1995, „haben keine Erinnerung; sie sind reine Gegenwart.”

Markus Weggenmann (* 1953 in Singen/Hohentwiel) lebt und arbeitet in Zürich und Lumnezia (Schweiz).

Markus Weggenmann. Pure Gegenwart
bis 12. April 2026