Mario Sala – Wenn sich mehrere Realitätsebenen überlagern

Das Aargauer Kunsthaus widmet dem 1965 geborenen Winterthurer Künstler Mario Sala (60) derzeit eine Einzelschau. Hintergrund dazu ist, dass das Kunsthaus über die Jahre hinweg eine Reihe von bedeutenden Arbeiten von Sala angekauft hat. Das Werk des Künstlers bewegt sich in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Objekt und Plastik und ist darüber hinaus auch starkt in öffentlichen Räumen präsent.

Im Zentrum der Ausstellung "Mario Sala. Sammlung im Fokus“ im Aargauer Kunsthaus steht die monumentale, mehrteilige, 2002 entstandene und 2023 vom Kunsthaus erworbene Arbeit "Wild Bunch“. Das Bild, dessen Titel mit "wilder Haufen“ übersetzt werden könnte, zeigt eine Reitergruppe im Galopp und ist stark vom gleichnamigen, von Sam Peckingpah 1969 realisierten Hollywood-Western inspiriert. Konkret sind Cowboys auf Pferden zu sehen, die wie eine Phalanx in flirrender Hitze auf den Betrachter zureiten. Sala spielt hier mit optischen Täuschungen. Er überlagert mehrere Bildstufen und vermischt verschiedene Realitätsebenen. Die Figuren verschwimmen und wirken wie Schemen, was eine traumwandlerische Atmosphäre zwischen Wirklichkeit und Fiktion schafft.   

Von der Umsetzung her handelt sich um eine technisch komplexe Mischtechnik auf Aluminium, für die der Künstler Öl und Tusche, Klebemasse und digitalen Öldruck verwendet hat. Mit den Massen 256 mal 548 Zentimeter hat das Werk eine beinahe filmische Cinemascope-Wirkung.

Mario Sala ist bekannt für multimedialen Arbeiten, die oft die Grenze zwischen verschiedenen Realitätsebenen verwischen. Er nutzt häufig eigene Fotografien als Ausgangspunkt, die er digital bearbeitet und malerisch überformt, um die reine Reportage-Ebene zu unterlaufen.            
 

Mario Sala 
Sammlung im Fokus
Bis 21. Juni