22. Dezember 2019 - 4:29 / Ausstellung / Video 
14. Dezember 2019 9. Februar 2020

"Ich interessiere mich für Grenzüberschreitungen, für das Über-sich-selbst-Hinausgehen und dafür, was es bedeutet, auszubrechen – aus kulturellen und sozialen Normierungen... Für mich geht das zurück auf einen Unmut und eine Wut, eine tiefe Frustration über den Status quo. Ich will immer damit brechen und mir einen Ausweg erkämpfen. Ich glaube einfach nicht an hermetische Welten, an trennende binäre Vorstellungen. Es gibt immer eine Möglichkeit für Zusammenbruch und Empathie, dafür, über sich selbst hinauszugehen und in andere Sphären vorzudringen."

"Ich möchte versuchen, meinen Subjekten eine neue Autonomie zu geben, die es ihnen ermöglicht, zur selben Zeit an verschieden Orten zu sein und Gender als etwas Multiples und Fluides auszuspielen . Wenn ich mich von der hohen Bedeutung des "Ich" löse, erlaubt mir das, ein anderes Risiko einzugehen: Ich werde frei dafür, Entscheidungen zu treffen, die eine Konfrontation mit Gefahr bedeuten können, vom bewussten Erzeugen von Unwohlsein bis zu selbst zugefügtem Schmerz." Aus einem Gespräch zwischen Marianna Simnett und Susanne Pfeffer, MMK Museum für Moderne Kunst, ZOLLAMT, Frankfurt.

Das Kunsthaus Zürich zeigt zwei Werke von Marianna Simnett: Im zweiten Stock die 5-Kanal-Videoinstallation "Blood in My Milk"; im dritten Stock das Werk "Faint with light"

"Blood in My Milk" (2018) besteht aus Filmmaterial, dass Simnett zuvor auch schon als eigenständige Filme gezeigt hat. Der neue Hauptstrang der Geschichte fusst sehr lose auf einer englischen Legende, in der eine Nonne sich ihre Nase abschneidet, um sich vor Vergewaltigungen zu schützen. In der Geschichte von Marianna Simnett geschieht dies einem jungen, hübschen Mädchen. Ängste, Phobien, Ekel und Faszination mit dem menschlichen Körper stehen im Mittelpunkt.

Das Drehbuch von "Blood In My Milk" von Marianna Simnett basiert auf einem langen Rechercheprozess, in dessen Verlauf sie zahlreiche Gespräche mit Ärztinnen, Bäuerinnen und Studierenden führte – auch um eine Sprache für die Figuren zu entwickeln, die allesamt von Laiendarsteller*innen gespielt werden und im Film ihrer tatsächlichen beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Marianna Simnett. Lab Rats
14. Dezember 2019 bis 9. Februar 2020

Kunsthalle Zürich
Limmatstrasse 270
CH - 8005 Zürich

W: http://www.kunsthallezurich.ch/

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  •  14. Dezember 2019 9. Februar 2020 /
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Jerwood / FVU Awards
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Jerwood / FVU Awards
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Comar
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Matt's Gallery
Marianna Simnett, Blood In My Milk (video still), 2018. Courtesy: the artist and Matt's Gallery