Sa, 16.02.2019 / Ausstellung 
Fr, 01.03.2019 So, 30.06.2019

Ab 1. März 2019 präsentiert die Berliner Gemäldegalerie eine umfassende Ausstellung zum eng miteinander verwobenen Schaffen von Andrea Mantegna (um 1431–1506) und Giovanni Bellini (um 1435–1516). Mit rund 100 Arbeiten stellt die Kooperation der Staatlichen Museen zu Berlin mit der National Gallery, London erstmals das Oeuvre dieser beiden Meister der italienischen Renaissance vergleichend gegenüber.

1452/3 heiratete der in Padua tätige, aufstrebende Maler und Druckgraphiker Andrea Mantegna in die Familie Bellini ein – eine der führenden Künstlerfamilien im nahegelegenen Venedig. Mantegnas spektakuläre Bilderfindungen und sein intensives Interesse an der klassischen Antike hinterließen einen tiefen Eindruck bei seinem vermutlich jüngsten Schwager Giovanni Bellini. Während dieser Zeit entfaltete auch Bellinis unverkennbarer Malstil seine Wirkung auf Mantegnas Schaffen. Nach nur zehn Jahren enger Zusammenarbeit trennten sich ihre Wege: 1460 zog Andrea nach Mantua, wo er bis zu seinem Tode Hofmaler der Fürstenfamilie Gonzaga blieb. Giovanni dagegen verbrachte seine gesamte Künstlerkarriere in Venedig. In unterschiedlichen Umgebungen tätig, entwickelten sich ihre künstlerischen Stile in sehr verschiedene Richtungen. Dennoch trägt ihr Schaffen zeitlebens deutliche Spuren eines über die Jahrzehnte hinweg gepflegten Austausches, der noch immer nachempfunden werden kann.

In den Sammlungen der Gemäldegalerie und der National Gallery sind Werke von Mantegna und Bellini in außergewöhnlich großer Zahl und Qualität vorhanden. Die Bestände umfassen Meisterwerke der beiden Künstler aus allen Schaffensphasen. Zudem beherbergen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie das British Museum eine außergewöhnlich reiche Sammlung von Blättern Mantegnas, Bellinis, ihrer Familie und ihrer Nachfolger bzw. ihres Umkreises. Gerade in ihrer Unmittelbarkeit und Spontaneität machen diese Zeichnungen die künstlerische Nähe von Andrea Mantegna und Giovanni Bellini deutlich. Um diesen Kern herum versammelt die Ausstellung zudem eine Anzahl herausragender Leihgaben. So werden Unterschiede und Ähnlichkeiten im Schaffen der beiden bedeutenden Renaissancekünstler auf exemplarische Weise herausgearbeitet. Neue Konstellationen und reizvolle Gegenüberstellungen machen die außerordentliche Attraktivität dieser Ausstellung aus.

In der National Gallery war die Ausstellung seit dem 1. Oktober 2018 mit über 50 000 Besuchern sehr erfolgreich und bis zum 27. Januar 2019 zu sehen. Seit dem 14. Oktober 2018 zeigt die Gemäldegalerie in der Sonderpräsentation "Bellini Plus. Forschung und Restaurierung" Werke von Giovanni Bellini und seinem Umkreis, die in Vorbereitung der großen Sonderausstellung untersucht und restauriert wurden. Texttafeln, Fotos und Kartierungen geben den Besucherinnen und Besuchern Einblick in die Untersuchungsergebnisse, die Restaurierungsgeschichte und die jüngst durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen.


Der Katalog zur Ausstellung ist bereits im Hirmer Verlag erschienen: gebunden, 304 Seiten, 287 farbige Abbildungen, herausgegeben von Caroline Campbell, Dagmar Korbacher, Neville Rowley und Sarah Vowles, mit Texten von Andrea De Marchi, Jill Dunkerton, Babette Hartwieg und Katharina Weick-Joch, ISBN 978-3-7774-3173-4, Preis: 39,90 €.

Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance
1. März bis 30. Juni 2019
Eröffnung: Do 28. Februar 2019, 19 Uhr
Eine Sonderausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin und der
National Gallery, London in Kooperation mit dem British Museum



  •  Fr, 01.03.2019 So, 30.06.2019 /
Giovanni Bellini: Die Darbringung Christi im Tempel, ca. 1472. Holz, 80 x 105 cm; © Fondazione Querini Stampalia, Venedig / cameraphoto arte snc
Giovanni Bellini: Die Darbringung Christi im Tempel, ca. 1472. Holz, 80 x 105 cm; © Fondazione Querini Stampalia, Venedig / cameraphoto arte snc
Andrea Mantegna: Die Darbringung Christi im Tempel, ca. 1453. Leinwand, 77,1 x 94,4 cm; © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt
Andrea Mantegna: Die Darbringung Christi im Tempel, ca. 1453. Leinwand, 77,1 x 94,4 cm; © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt
Andrea Mantegna: Christus am Ölberg, um 1458-60. Holz, 62,9 x 80 cm, erworben 1894; © The National Gallery, London
Andrea Mantegna: Christus am Ölberg, um 1458-60. Holz, 62,9 x 80 cm, erworben 1894; © The National Gallery, London
Giovanni Bellini: Christus am Ölberg, um 1465. Holz, 81,3 x 127 cm, erworben 1863; © The National Gallery, London
Giovanni Bellini: Christus am Ölberg, um 1465. Holz, 81,3 x 127 cm, erworben 1863; © The National Gallery, London
Giovanni Bellini: Bildnis des Dogen Leonardo Loredan, 1501-2. Pappelholz, 61,6 x 45,1 cm, erworben 1844; © The National Gallery, London
Giovanni Bellini: Bildnis des Dogen Leonardo Loredan, 1501-2. Pappelholz, 61,6 x 45,1 cm, erworben 1844; © The National Gallery, London
Andrea Mantegna: Bildnis des Kardinal Lodovico Trevisan, 1401-1465. Pappelholz, 45,5 x 34,8 cm; © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt
Andrea Mantegna: Bildnis des Kardinal Lodovico Trevisan, 1401-1465. Pappelholz, 45,5 x 34,8 cm; © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt