Die Ausstellung „Generator #5: Georgia Gardner Gray. Steine" rückt eine der spannendsten Malerinnen unserer Zeit in den Fokus. Die Schau am Altstadtstandort des Museums (Rupertinum) versammelt neue, eigens für diese Präsentation geschaffene Werke der Künstlerin und ergänzt diese um ausgewählte Positionen aus den Sammlungen des Museums der Moderne Salzburg von Iris Andraschek, Lovis Corinth und Leo Zogmayer. So entsteht eine vielschichtige Erzählung über Geschichte, Kunst und Authentizität.
Die 1988 in New York geborene Künstlerin arbeitet mit Malerei, Skulptur und Performance. Sie ist vor allem für ihre figurativen Gemälde bekannt, in denen sie Bildtraditionen mit gesellschaftlichen Phänomenen und dem Zeitgeist verbindet. Parallel zu ihrer Malerei entwickelt sie Performances.
Gray verwandelt das Alltägliche in präzise beobachtete und überraschend irritierende Kompositionen, wobei sie kulturelle Symbole von der Urzeit bis in den digitalen Raum einsetzt. Malerische Gesten bleiben dabei bewusst unaufgelöst. Die Lesbarkeit der Motive kippt bisweilen ins Absurde und hinterfragt die Rolle von Inhalt und Narration in der Malerei. Mit subtilem Witz und zugespitzten Details zeigt sie, wie unterschiedlich Menschen Geschichte, Kunst und Authentizität wahrnehmen. Mit dieser Einzelausstellung präsentiert Georgia Gardner Gray neue Werke. Sie alle sind in den prähistorischen Megalithen von Stonehenge angesiedelt und erforschen das menschliche und künstlerische Erbe im großen Maßstab.
„Generator” ist ein experimentelles Ausstellungsformat, das 2024 ins Leben gerufen wurde. In diesen Ausstellungen sollen künstlerische Positionen in den Fokus gerückt werden, die mit ungewohnten Formen der Präsentation arbeiten und so neue Zugänge zur Kunst eröffnen. Mit insgesamt acht neuen Malereien von Georgia Gardner Gray und Werken dreier weiterer Künstler:innen aus den Sammlungen des Museums entsteht für die Besucher:innen ein spannungsreicher Dialog.
Ausgangspunkt von Grays neuer Werkgruppe sind die prähistorischen Megalithen von Stonehenge. Es ist einer dieser Orte, die über Jahrhunderte hinweg eine Anziehungskraft besitzen, besonders weil ihre ursprüngliche Bedeutung rätselhaft bleibt. Gray nimmt diese ungebrochene Faszination für kulturelle Artefakte und unsere veränderlichen Annahmen über sie zum Anlass für ihre neuen Malereien. Sie fragt sich, welche Geschichten wir uns über sie erzählen, welche Erkenntnisse wir uns versprechen und wie wir uns ihnen gegenüber verhalten.
In ihren Arbeiten bevölkern Touristengruppen, Liebespaare, Heid:innen, Archäolog:innen und Schafherden die ikonische Landschaft zwischen den monumentalen Formationen. Gray lässt dabei Vergangenheit und Zeitgeist, Wissen und Spekulation, Mythologien und Sehnsüchte aufeinandertreffen. Leuchtende Farben und starke malerische Kontraste intensivieren diese Begegnungen. Ihre Kompositionen erzeugen Absurdität und Abstraktion und rücken mit zugänglichen Bildinhalten Fragen nach „guter” und „schlechter” Malerei in den Vordergrund.
Was in kulturellen Artefakten erkannt wird, sagt oft ebenso viel über die Gegenwart aus wie über die Vergangenheit dieser Objekte. Das Museum bewahrt Gegenstände, die immer wieder neu betrachtet, erforscht und mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen aufgeladen werden. Deshalb erweiterte Georgia Gardner Gray ihre Ausstellung um Werke aus den Sammlungen des Museums der Moderne Salzburg und der Fotosammlung des Bundes. Die Arbeiten hat sie bewusst aufgrund ihrer visuellen Eigenschaften ausgewählt. In der Begegnung entfaltet sich ein lebhaftes Gespräch über die Widersprüchlichkeit von Interpretation und die Launenhaftigkeit künstlerischer Inspiration.
Generator #5: Georgia Gardner Gray. Steine
bis 4. Oktober 2026