22. Mai 2019 - 6:04 / Ausstellung / Vienna Biennale 
29. Mai 2019

Mit der Neuaufstellung des MAK Design Labor anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 schlagen sich die Themen und Ansätze einer Biennale erstmals auf die Konzeption eines permanenten Museumsangebots nieder. Das neu gedachte MAK Design Labor präsentiert unter vielschichtigen Aspekten ausgewählte Positionen und Projekte, die belegen, dass Design verstärkt als Motor des Wandels agiert. Im Vordergrund steht die Rolle von Design an den Schnittstellen zwischen Alltag, Gesellschaft, Digitalisierung und Klimawandel. Es geht um Themen und Wertvorstellungen, die uns alle betreffen, um unser Zusammenleben, unseren Umgang mit Ressourcen sowie unsere Art zu arbeiten und die Beziehung zu unserem Planeten zu gestalten.

Digitale Technologien und künstliche Intelligenz begleiten und bestimmen immer mehr unser tägliches Leben und Arbeiten, fordern und überfordern uns, ändern unsere sozialen Gefüge und unser gesellschaftliches Zusammensein. Zeitgleich wird naturbelassener Lebensraum immer knapper, Ressourcen werden aufgebraucht und die globale Erwärmung steigt. Design agiert zwischen Erhaltung und Innovation – des menschlichen Körpers, des ökologischen Gleichgewichts des Planeten Erde und der Gesellschaft im Allgemeinen. Auf rund 2 000 Quadratmetern neuaufgestellter Schaufläche macht das MAK Design Labor erlebbar, wie vielfältig Design zu einem positiven Umdenken beitragen kann.

Design kann viel mehr sein, als „Dinge“ zu gestalten: Design ist eine Haltung, ein Weg, Veränderung anzustoßen, neue Lösungsansätze denk- und greifbar zu machen. Aus dem Dialog zeitgenössischer und historischer Positionen heraus wird ersichtlich, wie sich Gestaltung verändert hat und wie schon in vorherigen Jahrhunderten Alltagsobjekte den kontinuierlichen Wandel mitbestimmten. Das MAK DESIGN LABOR will diese Inhalte nicht nur vermitteln, sondern auch dazu inspirieren und motivieren, unsere – zunehmend digitale – Welt gemeinsam als wertvollen und resonanten Lebensraum für alle Spezies zu gestalten.

Die Möglichkeiten, die uns im digitalen Zeitalter zur Verfügung stehen, verändern unsere Art der Weltbeziehung. Die digitale Innovation stellt neue, faszinierende und auch beängstigende Wege zur Verfügung, um Zukunft zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um Machbarkeit, sondern auch um die Werte, an denen wir diese Potenziale orientieren wollen.

Diese Möglichkeiten und Werte betreffen eine Vielzahl zukunftsweisender Fragen: Wie und was wollen wir in einer Postwachstumsgesellschaft produzieren? Wie kann es gelingen, fair, nachhaltig und sinnvoll zusammenzuarbeiten? Was kann Gemeinwohlwirtschaft für die Marktwirtschaft bedeuten? Welche Rolle hat digitale Bildung für die Arbeit der Zukunft? Wie müssen wir unsere Gewohnheiten und Konsummuster verändern, um funktionierende Kreisläufe wiederherzustellen? Und wie kann sich das gute Leben nach dem momentanen Überfluss gestalten?

Kreativität, speziell Kunst und Design, spielt eine bedeutende Rolle für die nachhaltige Wandlung unserer Produktionsweisen, Lebensweisen, Gewohnheiten und Systeme. Das MAK Design Labor zeigt diese Potenziale in insgesamt acht Räumen und elf Themenbereichen auf, in denen zeitgenössische Projekte von DesignerInnen, KünstlerInnen, ArchitektInnen, ProgrammiererInnen, AktivistInnen und IdealistInnen, die Alternativen andenken oder Lösungen bieten, auf historische Positionen der MAK-Sammlung treffen.

Die BesucherInnen erwartet eine Präsentation von rund 500 Objekten, aber auch Werkzeugen, wissenschaftlichen Recherchen und Technologien, die alternative Wege ermöglichen. Mit Vorstellungskraft, Kreativität, spielerischem Experiment und ganzheitlicher Sichtweise lenkt das MAK Design Labor den Blick auf die Konsequenzen unseres momentanen Lebensstils, aber auch darauf, was innovative Problemlösungen für jeden Einzelnen bedeuten könnten. Design kann auch ein Gestaltungsinstrument für den menschlichen Körper sein, ihn formen und optimieren, wie ausgewählte Exponate zeigen. Zum Vorschein gebracht werden auch die unsichtbaren Aspekte der digitalen Welt, wie virtuelle Kommunikation, persönliche und biologische Daten oder Überwachung.

Visualisierungen, interaktive Stationen und nicht zuletzt die MAK Education App (ab Jahresende) bringen Projekte und Objekte der MAK-Sammlung so miteinander in Verbindung, dass die Priorität aktiver Zukunftsgestaltung klar erkannt und ein besseres Verständnis für die weitreichende
Rolle von Design in der Digitalen Moderne generiert werden.

Für die Konzeption des MAK Design Labor spielt die innovative Methode Citizen Science, in die SchülerInnen, wissenschaftliche ExpertInnen, KuratorInnen, KünstlerInnen und DesignerInnen kreativ forschend einbezogen werden, eine zentrale Rolle. Unter anderem münden regelmäßige Citizen-Science-Workshops mit SchülerInnen in einen G8–13 (Gipfel der 8bis 13-Jährigen), in dem ExpertInnen aus teilnehmenden Klassen gemeinsam mit einer Architektin die Schule der Zukunft entwerfen. Die Ergebnisse fließen in die neue Präsentation und in die MAK Education App ein, die die Dauerausstellung ab Ende des Jahres ergänzen wird.

Die MAK Education App
Auf digitaler Ebene wird die MAK Education App als ein Medium des MAK Design Labor entwickelt, das sich vor allem an die Zielgruppe der SchülerInnen, LehrerInnen und Erziehenden richtet. Die Fertigstellung der modular aufgebauten und erweiterbaren MAK Education App ist für Dezember 2019 geplant.

Die Neugestaltung des MAK Design Labor wird mit finanzieller Unterstützung des EU-Programms Interreg V-A Slowakei–Österreich (Projekt „Design & Innovation“) und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung realisiert.

Ausstellungsort
MAK Design Labor
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

MAK Design Labor. Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale 2019
permanent ab 29. Mai 2019

MAK
Stubenring 5
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 711 36-0
F: 0043 (0)1 713 10-26
E: office@mak.at
W: http://www.mak.at/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Ähnliche Beiträge


Future Factory. Urbane Produktion neu denken Do, 30.05.2019
Change was our only chance. Ein Projekt der Universität für angewandte Kunst Wien. Mi, 29.05.2019
Human by Design. Untersuchung sozialer und methodologischer Innovationen im Design. Di, 28.05.2019
Uncanny Values. Künstliche Intelligenz & Du Mo, 27.05.2019
Hysterical Mining. Eine Ausstellung der Kunsthalle Wien So, 26.05.2019
Space and Experience. Architektur für ein besseres Leben Sa, 25.05.2019
Klimawandel! Vom Massenkonsum zur nachhaltigen Qualitätsgesellschaft Do, 23.05.2019
Vienna Biennale for change 2019. Schöne neue Werte. Unsere Digitale Welt gestalten Mi, 22.05.2019

  •  29. Mai 2019 /
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Klemens Schillinger, Substitute Phones, 2017 © L. Hilzensauer
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 No Isolation, AV1 in couch © Estera Kluczenko
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 No Isolation, AV1 in couch © Estera Kluczenko
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Phillip Sulke, Project Commodore, 2018 © Phillip Sulke
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Burton Nitta (Michael Burton & Michiko Nitta), Near Future Algae Symbiosis Suit Prototyp © Burton Nitta
MAK Design Labor Neuaufstellung anlässlich der Vienna Biennale for Change 2019 Burton Nitta (Michael Burton & Michiko Nitta), Near Future Algae Symbiosis Suit Prototyp © Burton Nitta