23. Februar 2010 - 3:25 / Bühne 

Als Courtney Harrison sich entschließt, ein Star zu werden , legt sie sich einen neuen Namen zu: Love, Courtney Love. Seitdem hat sie eine lange Reise hinter sich: Grungestar/Popstar, Ehefrau/Witwe, Junkie/clean, vergessen/berühmt - An diesem Abend ist die Ehefrau von Kurt Cobain und Skandal Lady Inspirationsquelle, Reflexionsfläche und Zielscheibe zugleich. For Love ist ein Abend mit Musik, Tanz und Schauspiel, ein Schrei nach Liebe, eine Suche nach Heimat, begleitet von Wut und Willen, von Enttäuschung und Hoffnung.

Sandra Hüller und Regisseur Tom Schneider haben Texte aus Courtney Loves Autobiografie mit Songs aus der Feder der deutschen Schauspielerin verschmolzen. Das ist ein origineller und ein erfrischender Ansatz. So vermeidet Schneider geschickt das Risiko, dass die Performance als Courtney-Cover-Abend in der Belanglosigkeit versanden könnte. Das Gegenteil geschieht. Wir sehen eine Frau, die wie ein Kind durch einen Mauerspalt die weite Welt erhascht, ungläubig hineinstarrt und vergeblich nach Freiheit tastet. Und wir werden Zeugen grosser Gefühle: der Sehnsucht und des unstillbaren Hungers nach Glück. [...] "For Love" ist eine dieser Produktionen, mit denen die Freiburger Tanzsparte Physical Virus Collective (pvc) immer wieder überrascht und dem Ideal des kurzen, knackigen, kreativen Powerplays sehr nahe kommt. "For Love" lässt sich in kein Gattungsschema pressen, die Probezeit war knapp, das Budget billig, die Teamkonstellation einmalig - und einmalig geglückt. Stephan Reuter


For Love
Regie: Tom Schneider
Bühne: Franziska Jacobsen
Kostüme: Moritz Müller
Choreografie: Graham Smith
Mit: Sandra Hüller, Graham Smith

Vorstellungen:
23. Februar 10, 20 Uhr
24. Februar 10, 20 Uhr

Münchner Kammerspiele, Werkraum
Hildegardstraße 1
D - 80539 München

W: http://www.muenchner-kammerspiele.de/

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