8. Oktober 2020 - 14:13 / Aktuell / Literatur 

Der diesjährige Literaturnobelpreis 2020 geht an die US-amerikanische Lyrikerin und Essayistin Louise Elisabeth Glück. Der Autorin wurde frühere bereits der Pulitzer Prize und der National Book Award zuerkannt. Glück ist die erste Lyrikerin seit der Polin Wislawa Szymborska (1996), die den Literaturnobelpreis erhält.

Für viele Experten kommt die Entscheidung der Schwedischen Akademie in Stockholm überraschend. Laut dem Gremium werde damit die "unverwechselbare poetische Stimme" der 77-Jährigen gewürdigt. Mit ihrem literarischen Schaffen mache die US-Autorin die individuelle Existenz zu einer universellen Erfahrung.

Glück wird gemeinhin als autobiografische Poetin bezeichnet. Ihr Werk ist, wie auf Wikipedia vermerkt ist, durch seine emotionale Intensität und seine Bezüge zur Mythologie, zur Geschichte und zur Natur gekennzeichnet – immer in Hinblick auf persönliche Erfahrungen und die gesellschaftliche Gegenwart. Den Pulitzer-Preis hatte sie 1993 für "The Wild Iris" gewonnen, eine ihrer zwölf Gedichtsammlungen, zu denen auch das gefeierte Werk "Faithful and Virtuous Night" zählt.

Glück wurde in der Stadt New York geboren und wuchs auf Long Island auf. Eine Anorexieerkrankung als Jugendliche arbeitete sie später in ihrem Werk auf. Nach ihrem Universitätsabschluss arbeitete sie als Autorin und machte eine akademische Karriere als Lyrikprofessorin an verschiedenen anerkannten US-Universitäten. Aktuell lebt sie in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts und unterrichtet an der Yale University.