Die Kunsthalle Wien präsentiert die umfassendste Übersicht über die Wiener Szene der Gegenwartskunst, die die Institution seit über einem Jahrzehnt organisiert hat. Unter dem Titel „Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna” werden sechs Monate lang in allen Räumlichkeiten an beiden Standorten im Museumsquartier und am Karlsplatz über 130 Kunstwerke von 56 in Wien lebenden und arbeitenden Künstler:innen zu sehen sein. Zu den ausgestellten Werken zählen Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Fotografie, Performance, Ton, Film und Video. Begleitet von einem Programm mit Vorträgen, Performances und Veranstaltungen hebt die Ausstellung die Stadt als dynamischen Produktionsort hervor, in dem Kunst durch eine kritische Auseinandersetzung mit konservativen Kräften und das Bewusstsein für die eigene Handlungsfähigkeit geprägt wird.
Erstmals im Jahr 2000 von der Kunsthalle Wien organisiert, knüpft die fünfte Ausgabe von „Lebt und arbeitet in Wien” an eine langjährige Tradition an, die den lebendigen künstlerischen Diskurs und die vielfältige Künstler:innengemeinschaft Wiens würdigt. Die von Daniel Baumann, Michelle Cotton und Monika Georgieva kuratierte Ausstellung fokussiert sich auf neue und aktuelle Werke: 38 Künstler:innen haben für die Ausstellung neue Werke geschaffen und zahlreiche Arbeiten sind zum ersten Mal in Wien zu sehen.
Wien wird hier als eine von ständiger Bewegung geprägte, durchlässige Stadt betrachtet, in der Künstler:innen ankommen, abreisen und wieder zurückkehren. In den letzten zehn Jahren haben Künstler:innen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund die Stadt in einen außergewöhnlich lebendigen Ort für zeitgenössische Kunst verwandelt. Die Ausstellung spiegelt diese Entwicklung wider und präsentiert Künstler:innen aus 42 Städten in 18 Ländern, aus verschiedenen Generationen und in unterschiedlichen Phasen ihrer Karriere. Sie würdigt zudem die vielfältigen Formen künstlerischen Schaffens, die in der Stadt gefördert werden: von den neuen Malschulen bis hin zu Institutionskritik, Performance und politischer Praxis, von der Bildhauerei bis zur Fotografie, vom Film bis zur Keramik, von der Porträtmalerei bis zur Abstraktion. Darüber hinaus spiegelt die Ausstellung die einzigartige Form des gesellschaftlichen Diskurses der Stadt wider: von den Kaffeehäusern des letzten Jahrhunderts bis hin zur Vielzahl der von Künstler:innen betriebenen Off-Spaces, die überall in der Stadt entstanden sind. Ideen werden erprobt, verfeinert und etablieren sich im öffentlichen Raum. Auf diese Weise ehrt die Ausstellung die Künstler:innengemeinschaft der Stadt als Ganzes, ihren selbstorganisierten Ansatz, sich Raum zu erobern, sowie ihre vielfältigen Wege, mit Inhalt und Form zu experimentieren. Indem sie sich auf diese Vielfalt konzentriert, ist die Ausstellung nicht nur eine Einladung, Bestehendes zu erkunden und zu feiern, sondern auch ein Aufruf, über Zukünftiges zu diskutieren.
Begleitet wird die Ausstellung von einem öffentlichen Programm, an dem zahlreiche institutionelle und kulturelle Partner:innen beteiligt sind, darunter Curated by, Independent Space Index, IKL – Akademie der bildenden Künste Wien, Klima Biennale Wien, kultüre gemma!, MuseumsQuartier Wien, Phileas, PW-Magazine, TU Wien und Verein Ohrenschmaus. Eine Vortragsreihe, die sich mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, in Wien zu leben und zu arbeiten, begann mit einem Talk über „Die erhitzte Stadt” und wird mit „Die lebenswerteste Stadt”, „Die arbeitende Stadt” und „Die geheime Stadt” fortgeführt.
Wien als Stadt für Künstler:innen bildet den Rahmen für eine weitere Vortragsreihe mit Beiträgen der Kurator:innen der Ausstellung und eingeladener Künstler:innen. Diese beleuchten verschiedene Aspekte des Lebens und Arbeitens von Künstler:innen in der Stadt: von der Lehre an den Akademien über Wien als „gewählte Heimat“ bis hin zur Frage, wie die Gegenwart der Stadt von ihrer Vergangenheit geprägt wird. Der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende, wird am Sonntag, den 21. Juni 2026, mit einem Performance-Tag gefeiert. Dieser wird vom PW-Magazine kuratiert, einer Online-Publikation, die sich den darstellenden Künsten widmet. Dabei werden unter anderem Performances von Bryony Dawson, Paul Ebhart, Alix Eynadi, Han-Gyeol Lee, Maria Mercedes (Julia Müllner & Camilla Schielin), Sainkho Namtchylak, Evelyn Plaschg und Frank Wasser zu sehen sein. Die Performances finden an verschiedenen Veranstaltungsorten der Kunsthalle Wien statt.
Lebt und arbeitet in Wien
Contemporary Art from Vienna
bis 26. Oktober 2026